Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Milliardär Richard Branson

...über das All, Macht und Drogen

"Ich hatte nie vor auf meinem Geld zu sitzen"

Richard Branson hebt ab. Mit seinem Raumschiff in Flugzeugoptik möchte er den Weltraum für Touristen erschließen. Unser Autor Adam Popescu saß auf dem Jungfernflug der Virgin America direkt neben dem 4,9 Milliarden-Dollar-Unternehmer. Ein Gespräch über das Weltall, Macht und Drogen.

Wenn dir Virgin America einen Platz an Bord einer ihrer Flugzeuge anbietet, schreist du sofort: "Ja!" – auch wenn es anstatt nach Necker Island nach Denver geht.

Vrigin-Gründer Richard Branson ist mehrere Milliarden schwer, sein Unternehmen wuchs im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent und er stellte zuletzt sein Raumschiff vor, mit dem es bald möglich sein wird, Urlaub zu machen, wie einst die Jetsons. Branson, der im Alter von 15 Jahren die Schule schmiss, um ein Magazin zu gründen, welches ein Medien-Imperium werden sollte, ist in der Welt für seinen Freigeist bekannt. Der Mann scheint immer das zu tun, was er will und wann er will. Ja, er gründete mehr Unternehmen, als manche Leute Geburtstage feiern und längst nicht alle waren erfolgreich, wenn man an seine Geschäfte mit Hochzeiten, MakeUp und Sprudelwasser denkt. Aber der geborene Süd-Londoner hielt das geheim und errichtete sein Lebenswerk aus Licht, Abenteuer und fröhlicher Schaustellerei.

Branson erregte große Aufmerksamkeit, als er mit einem Nacktmodel auf dem Rücken über das Meer surfte. Er hatte die Rolling Stones und Janet Jackson unter Vertrag und er weinte öffentlich, als er sein Label nach einem Rechsstreit verkaufen musste. In den 90er und 80er Jahren brach er Weltrekorde, als mit einem Heißluftballon und einem Rennboot den Atlantik überquerte. In den letzten Jahre arbeitete er daran, Passagiere in seinem Virgin Galactic ins Weltall zu schießen. Auf dem Jungfernflug der Virgin America von San Franciso nach Denver, die ganze Kabine vollgestopft mit Reportern und Unternehmern, sprach ich mit Branson darüber, was eine Reise zu den Sternen kostet, über den Kampf gegen die Drogen, wie sich Menschen durch Geld verändern und wie man das Feuer am Brennen hält – im Büro und im Bett.

Das Weltall hat sehr viel Platz in ihrem Leben eingenommen. Ist "Besessenheit" ein zu starkes Wort?
Nein. Ich bin besessen. Wir hatten eine schwierige Zeit. Die letzten paar Jahre waren für alle MItarbeiter hart. Aber ich glaube, das Team ist daraus gestärkt hervorgegangen. Wir haben 650 der besten Ingenieure Amerikas an Bord und in nicht allzu ferner Zukunft können wir in einem Virgin-Raumschiff sitzen. Und auch meine anderen Flugzeuge und Raumschiffe werden es Leuten ermöglichen abzuheben. Ich bin sehr gespannt.

Jeff Bezos hat Blue Origin, Musk hat SpaceX. Was macht Virgin Galactic so besonders?
Zunächst ist die Virgin Galactic das einzige Raumschiff in Flugzeug-Optik. Es hat Tragflächen, es hat Räder, es ist keine riesengroße Rakete, die ins All gejagt wird. Die Idee dahinter ist, eines Tages feste Flugverbindungen mit unseren Raumschiffen anzubieten, daran denken andere Anbieter bislang nicht. Auf unseren Trips ins All können unsere Passagiere im Raumschiff bleiben und von dort erleben.

Wann werden sie starten?
Wir werden ungefähr in – gut, ich werde kein genaues Datum nennen, aber wir werden auf jeden Fall die Ersten sein. Sehr bald. Ich denke, wir können es schaffen, sehr viele Leute ins All zu bringen und gleichzeitig den Preis zu drücken, sodass wahnsinnig viele Leute abheben können.

Wie weit können Sie den Preis wirklich senken?
Kurfristig werden wir bei 30.000$ landen, das wird aber auch das höchste Level bleiben, auf dem wir uns befinden. Und in ein paar Jahren wird es anfangen zu sinken. Ich glaube wir können es auf ein Level bringen, bei dem die Leute anfangen zu überlegen: "Fahren wir auf einen Abenteuerurlaub oder gehen wir ins All?" Das ist unsere Herausforderung.

"Wir planen Flüge ins All – wir tun etwas für die Zukunft."

Richard Branson

Den Preis an den von Luxusreisen anzupassen?
Ihn so zu gestalten, dass die Meisten derjenigen, die einen angemessenen Lebensstandard haben, die Möglichkeit sehen, es zu tun. Wir schießen auch eine große Anzahl an Satelliten in die Umlaufbahn, mit dem Ziel drei bis vier Milliarden Menschen zu vernetzten – hoffentlich auch welche von denen, die bislang nicht am Netz sind. Und dann, eines tages, werden wir eine Art Standort im Weltall schaffen, der es Menschen ermöglicht, dort vielleicht für eine oder zwei Wochen zu bleiben. Wir planen Flüge ins All – wir tun etwas für die Zukunft.

Sie haben einmal gesagt: "Es gibt keinen passenden Zeitpunkt ein Unternehmen zu gründen, außer man tut es, weil man frustriert ist." Zur Zeit gibt es eine große Diksussion darüber, wie man durchs Scheitern lernt. Aber viele Gründer scheinen ein Führungsproblem zu haben, wenn sie diesen Weg einschlgen. Wie wertvoll ist die Erfahrung im Graben zu landen?
Ich glaube, das ist alles. Ich habe mit 15 die Schule geschmissen und habe den Job gelernt. Ums Überleben kämpfen, versuchen aus dem Graben zu kommen, das war die beste Schule für mich und mein Leben. Ich habe schon immer daraus gelernt. Das College ist ein guter Rückhalt, ein Abschluss, wenn dein Unternehmen scheitert. Aber wenn du der geborene Unternehmer bist, ist es besser so früh anzufangen wie möglich.

Wie geht man mit Angestellten um? Wie schafft man es, dass die Mitarbeiter am Arbeitsplatz ihr Maximum herausholen?
Ich glaube, dass ein neues Unternehmen immer aus Enttäuschung entsteht. Fast alles, was ich gelernt habe habe ich durch Konersation, Feedback und Zuhören aufgenommen. Eine große Führungspersönlichkeit muss ein guter Zuhörer sein. Und wenn man die ganze Zeit hinter dem Bildschirm sitzt oder hinter einer Maschine steht, dann lernt man nichts. Je mehr Unternehmer reisen, je mehr sie von anderen Ländern und Städten sehen, desto mehr neue Geschäftsideen können sie entwickeln, wenn sie nur die Augen offen halten.

Wenn Sie die Idee mit dem Student-Magazin noch einmal hätten, wären Sie heute damit genauso erfolgreich?
Wenn die Marklücke da wäre, warum sollte ich dann keinen Erfolg haben? Ich weiß nicht ob es in Amerika ein vergleichbares Magazin gibt, aber wenn nicht, ist das eine Option die ich in Betracht ziehen muss. Viele Leute wollen mit jungen Menschen in Kontakt kommen, das ist ein riesiges Werbepotential.

Wie bleiben Sie in einer Zeit der Zerstreuung noch kreativ?
Ich kann jederzeit nach Necker Island und dort kreativ sein. Ansonsten arbeite ich hart. Un wenn ich dort war, dann kann ich zurück in das Wirrwarr des Alltags. Nur drei oder vier Stunden Kitesurfen – da bekomme ich den kopf frei und kann kreativ sein.

Ihre erste Millionen machten Sie, als sie noch Teenager waren. Ihre erste Milliarde folgte in den Zwanzigern. Warum ist Ihnen das Geld nie zu kopfe gestiegen?
Weil ich es enorm geschätzt habe. Ich habe sechs Jahre ums Überleben gekämpft, also habe das Geld das wir gewonnen haben sofort wieder investiert. Ich hatte nie vor auf meinem Geld zu sitzen. Ich glaube, wenn man Geld verdient hat man die große Verantwortung, mit seinem Geld neue Jobs zu schaffen und vielleicht ein paar von den Problemen in dieser Welt zu lösen. Und diese Balance zu finden ist sehr wichtig.

"Zu kiffen ist genauso wie saufen"

Richard Branson

Marijuana für medizinische Zwecke ist ein großes Thema, das Sie seit langer Zeit ansprechen. Wie steht es Ihrer Meinung nach um eine Legalisierung?
Ich bin Teil unserer sogenannten Virgin Drug Comission und wir haben den Kampf gegen die Drogen über 60 Jahre lang analysiert – gut eigentlich nur fünf Jahre, aber in denen das, was in 60 Jahren passiert ist. Der Kampf ist grandios gescheitert. Man braucht neue Vorgehensweisen. Wir begrüßen das, was in Colorado passiert, heute habe ich ein Meeting in einer Einrichtung, die sich komplett aus den Steuereinnahmen für Marijuana finanziert. Es ist eine gute Sache, dass dieses Geld in Einrichtungen und Zwecke fließt, die das Leben besser machen, anstatt die Unterwelt damit zu füttern, sowie die Milliarden von Dollars die dort jeden Tag hingeschafft werden. Zu kiffen ist genauso wie saufen: du solltest es niemals exzessiv tun, sondern immer in Maßen. Un eigentlich ist es wesentlich harmloser als Zigaretten und Alkohl, wenn man sich die Nebenwirkungen ansieht. Allerdings muss man sagen, dass Amerika einst auch hart gegen Mexiko, Kolumbien und die Karibikstaaten durchgegriffen und sie bestraft hat, als es dort um eine Legalisierung ging. Nun ist man selbst dabei und versucht es zu entkriminialisieren. Der Trend auch in Nordamerika so durchzugreifen nimmt wieder ab. Und das heißt, glaube ich, dass viele weitere Staaten der Legalisierung folgen werden.

Was an Ihnen ist am überraschendsten? Was erwartet man nicht von einem Mann wie Ihnen?
Man sieht mich oft in den Armen junger, hübscher Frauen, aber ich bin seit 40 Jahren glücklich mit derselben Frau zusammen. Ich denke, die meisten halten mich für einen Playboy, aber ich bin froh eine enizge Frau zu lieben.

Wie halten Sie den Reiz in Ihrer Beziehung?
Wir haben tolle Kinder, tolle Enkelkinder, wir führen ein tolles Leben.

Gehen Sie noch zusammen aus? Haben Sie gemeinsame Dates?
Ja! Ich überrasche Sie hin und wieder und wir hauen für ein langes Wochenende ab. Wir halten die Beziehung am Leben, das ist der einzige Weg.

Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.