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Die Rallye Dakar 2016

Wir durften das Peugeot-Team beim Training begleiten

Vorbereitung auf eines der gefährlichsten Rennen der Welt

Am heutigen Sonntag startet mit der Rallye Dakar das wahrscheinlich größte Motorsport-Abenteuer zum 38. Mal. Rund 9000 Kilometer gilt es innerhalb von zwei Wochen zurückzulegen und schwersten Bedingungen zu trotzen. Als eines der favorisierten Teams gilt das Peugeot-Team, dass mit einer regelrechten Weltklasse-Auswahl an den Start geht. Neben Rekordsieger Stephane Peterhansel, Rallye-Weltmeister Carlos Sainz, Cyril Despres (5-maliger Dakar-Sieger auf dem Motorrad), nimmt erstmals auch Sébastien Loeb an der Dakar teil. Der Franzose gilt in Fachkreisen als einer der besten Autorennfahrer der Welt. Wir durften das Team bei den Vorbereitungen in Marokko begleiten.

25 Jahre lang blieb der französische Hersteller Peugeot der Rallye Dakar fern, eher man im vergangen Jahr das Comeback feierte. Am Ende sprang lediglich der 11. Platz heraus. Nicht schlecht, bedenkt man die lange Abstinenz, doch die Franzosen verfolgen größerer Ziele. „Wir waren natürlich etwas enttäuscht, wollten aber auch erst einmal unser Auto erproben“, erklärt Motorsportdirektor Bruno Famin. Das Auto, ein Buggy mit Heckantrieb, hört auf den Namen Peugeot 2008 DKR. Mit dem Serienwagen, nachdem das Ungetüm benannt ist, hat das Fahrzeug allerdings nicht mehr viel gemein. Vielmehr könnte es aus dem letzten „Mad Max“-Film entsprungen sein. Dass das Äußere wichtiger ist als angenommen, hat mehrere Gründe. Zum einen soll der 2008 DKR schon von der Optik her das Fürchten lehren. Auf der anderen Seite ist die Teilnahme am berühmten Motorsportevent auch eine riesige Marketingmaßnahme. Der Sieg bei der prestigeträchtigen Dakar hat großen Wert für den Peugeot und so hat man auch bei der Fahrerauswahl für Furore gesorgt. So hat man so etwas wie ein All-Star-Team zusammengestellt. Klotzen statt Kleckern. Das Peugeot-Team könnte man als FC Bayern des Motorsports bezeichnen.

Die interessantesten Namen sind dabei vor allem Stephane Peterhansel und Sébastien Loeb. Ersterer hat die Dakar so oft gewonnen wie kein anderer. Bereits als Teenager war Peterhansel französischer Skateboard-Meister, eher seine erfolgreiche Karriere im Motorsport begann. Wie er selbst erzählt, hilft ihm die Erfahrung auf dem Skateboard auch bei der Rallye Dakar: „Das Gefühl über den Sand, über die Dünen zu gleiten ist dem skaten und surfen recht ähnlich.“ Wüsste man nicht, dass hier eine Motorsportlegende vor einem steht, man könnte den 50-Jährigen auch jederzeit für einen kalifornischen Surfer halten. Von der Sonne gezeichnetes Gesicht, entspannte und freundlich Ausstrahlung. Man merkt Peterhansel die Leidenschaft an, wenn er von den ersten Schritten im Motorsport erzählt. Doch auf die Dakar angesprochen, kommt er ins Grübeln. Dazu muss man wissen, dass der ursprüngliche Wettbewerb, die „Rallye Paris-Dakar“ seit 2008 Geschichte ist und seit 2009 nicht mehr auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet. „Damals waren wir komplett alleine in der Wüste unterwegs und sahen an manchen Tagen keinen einzigen Menschen. Das hatte etwas sehr Spezielles. Die heutige Dakar ist nicht weniger anspruchsvoll, doch hat sie einen völlig anderen Charakter. Wir sind jetzt näher an der Bevölkerung, was aber auch einen besonderen Reiz ausmacht.“

Ein kompletter Neuling bei der Rallye Dakar ist hingegen Sébastien Loeb. Der Franzose ist in seinem Heimatland ein echter Superstar, neunfacher Rallye-Weltmeister und einer der erfolgreichsten Motorsportler überhaupt. Egal ob Formel Eins oder Le Mans-Rennwagen, es gibt kaum ein Fahrzeug, in dem Loeb noch nicht platznehmen durfte. Nun also die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar. Seine Verpflichtung galt als echte Sensation. Peugeot holt sich mit Loeb zwar einen Neuling ins Team, sorgt damit aber für Furore, schon bevor die ersten Kilometer gefahren sind. Im Gespräch wirkt Loeb, den seine Landsleute nur „Super Séb“ nennen, fokussiert und leicht angespannt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er zu diesem Zeitpunkt gerade 500 Kilometer durch die Marokkanische Wüstensteppe zurückgelegt hat. 500 Kilometer, die als Training und Vorbereitungen auf die Cross-Country-Rallye dienen sollen. Zwar ist der 41-Jährige bereits mehrfacher Rallye-Weltmeister, jedoch ist die zweiwöchige Veranstaltung eine vollkommen neue Erfahrung für Loeb: "Das was ich hier mache, ist völlig anders als alles bisher. Anstatt für ein Wochenende, muss man hier ganze zwei Wochen am Stück durchhalten." Eine Konstante für Loeb ist sein Co-Pilot Daniel Elena, der ihm bei allen bisherigen Erfolgen beiseite stand. Auch für ihn ist es eine vollkommen neue Situation. Doch das eingespielte Team will den widrigen Umständen trotzen und auch hier die bestmögliche Leistung abrufen. Trotzdem hat Loeb, der schon seit Kindheitstagen von der Dakar träumt, großen Respekt vor dem Rennen: "Ein Podiumsplatz wäre für uns fast schon ein Wunder! Die Strecken sind kaum befestigt oder markiert, das Roadbook erarbeiten wir nicht selbst, sondern bekommen wir erst kurz vor Start. Die dort vermerkten Gefahrenstellen gilt es richtig einzuschätzen." Eine dieser Gefahrenstellen sind die Sanddünen. Sie sind auch der Grund, warum Peugeot Marokko als Trainingsort bestimmt hat. "Ich muss lernen, den Sand zu lesen. Wie hoch, wie steil ist die Düne vor mir. Man kann auch selten einschätzen, was sich dahinter verbirgt. Das ist das spannende daran, du bist nie zu hundert Prozent vorbereitet." Wie sein Team-Kollege Peterhansel erklärt uns Loeb, wie es sich anfühlt über die sandigen Hügel zu gleiten. Doch die sandigen Dünen sind nur ein Hindernis von vielen, die es zu meistern gilt. Dass Loeb das Zeug dazu hat, für eine echte Überraschung zu sorgen steht außer Frage. Doch wie auch Stephane Peterhansel bereits erklärte: "Keine Dakar ist wie die andere, es ist Jahr für Jahr ein neues Abenteuer."

Die Rallye Dakar startet heute in Argentinien und begibt sich von da aus Richtung Bolivien. Dabei gibt es bis zum 16. Januar nicht nur tausende Kilometer zurückzulegen, sondern auch Höhenluft in rund 4500 Metern zu überstehen. Die Dakar gilt als eines der gefährlichsten Rennen der Welt: Seit der Premiere 1978 kamen 66 Fahrer, Zuschauer und Journalisten ums Leben. 

Autor: David Goller, Playboy
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