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Der Höhepunkt jedes Radsportprofis

Alpe d'Huez: Wie wurde der Berg zum Radsport-Mythos?

Die Tour de France führt über viele berühmte Gipfel wie den Col du Tourmalet, den Mont Ventoux oder den Col du Galiber. Aber all diese Klassiker des Radsports werden von einem Anstieg in den Schatten gestellt: dem nach Alpe d’Huez. Wie wurde dieser Berg zum größten Mythos des Radsports? Der Berater klärt auf.

Berge wie der Tourmalet oder der Galibier standen schon über 50 Mal auf dem Etappenplan der „Großen Schleife“, Alpe d’Huez schaffte es seit 1952 erst 26 Mal ins Programm der bedeutendsten Radrundfahrt der Welt. Beim ersten Aufstieg von Le Bourg d’Oisans zum kleinen Wintersportort in den Nordalpen siegte der Italiener Fausto Coppi. 

Alpe d’Huez: der Berg der Holländer

Auf einen Nachfolger musste der zweifache Tour-Sieger lange warten. Erst 1976 folgte ihm der Niederländer Joop Zoetemelk. Der Start einer 13 Jahre dauernden Ära unserer Holzschuhe tragenden Nachbarn. Acht Mal ging in dieser Zeit der Sieg in eines der plattesten Länder dieser Erde und Alpe d’Huez erlebte seine erste Dynastie. Er wurde zum Berg der Holländer. Aber das ist lange her. Seit nunmehr 24 Jahren fahren die Orangenen wieder hinterher und andere machen den Sieg unter sich aus.

Alpe d’Huez: Die Geschichte ist allgegenwärtig

Um in Alpe d’Huez zu gewinnen, muss ein Fahrer den 13,8 Kilometer langen und durchschnittlich 7,9 Prozent steilen Anstieg überwinden. Kommt er im Ziel an, hat er 1090 Höhenmeter hinter sich gelassen und ihm lagen alle Radsportlegenden der letzten fünfzig Jahre zu Füßen: Bei allen Touranstiegen sind die Straßen mit den Namen der Großen des Radsports verziert, aber nirgendwo so exzessiv wie hier. Armstrong, Merckx, Hinault, Indurain, LeMond, Bartali, Ullrich und viele mehr sind auf der Straße verewigt. Wieder und immer wieder. Jährlich werden es mehr. Dazu werden die Fahrer in jeder Kehre der 21 Serpentinen, die sie erklimmen müssen, mit der glorreichen Geschichte ihres Sports und dieses Bergs konfrontiert. Dort sind die Namen der Sieger in Alpe d’Huez auf Schildern verewigt. 

Alpe d’Huez: die Pilgerstätte

An den meisten Abschnitten des Berges sehen die Fahrer diese Schilder jedoch nicht – denn Alpe d’Huez wurde zur Pilgerstätte des Radsports. Was der Petersdom in Rom für Katholiken und Hawaii für Surfer ist, ist dieser Berg für Radsportfans aus aller Welt. Kündigen die Veranstalter der „Grande Boucle“, wie die Franzosen ihr Nationalheiligtum nennen, eine Etappe nach Alpe d’Huez an, beginnen für hunderttausende Radsportfans die Planungen für den Urlaub. Zwei Tage vor der Quälerei am Berg der Berge geht in und um Le Bourdg d’Oisans nichts mehr. Wohnmobile und Wohnwagen erobern den Berg, Zelte werden im Minutentakt errichtet, Plätze an der Straße reserviert. Ein Berg wird zum Volksfest. Am Tag des Anstiegs regiert dann endgültig das Chaos. Das Spalier aus Menschen, das die Fahrer durchdringen müssen, ist wie eine Mauer, die sich erst Zentimeter vor ihnen wie von Zauberhand öffnet. Die Zuschauer sind hautnah dran, berühren ihre Idole, brüllen ihnen ins Ohr, treiben sie an, werfen sie wie Giuseppe Guerini 1999 vom Rad und schieben sie zur Not auch durch die Menschenmassen. 

Alpe d’Huez: der Mensch und der Berg

Als Fahrer erlebt man das alles wie im Rausch. Erschöpfung trifft auf Adrenalin, einzelne Gesichter verschwimmen im Menschenmeer und die Auffahrt ist Qual und Belohung zu gleich. Hier sind die Sportler Könige, hier werden sie verehrt für das was sie tun, hier denkt kein Fahrer und kein Fan an EPO, Amphetamine oder Anabolika, hier wird der Radsport gefeiert und hier feiert er sich selbst. Alpe d’Huez ist ein Mythos, weil hier die Größten gesiegt haben, weil der Radsport hier sein philosophisches Zentrum hat und weil er hier auf seine Ursprünge reduziert wird: eine taktischen Spielchen, nur das Duell Mann gegen Mann und vor allem Mann gegen Alpe d’Huez. 

Stefan Maurer

Autor: Stefan Maurer
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