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Das Wunder

Leicester City ist englischer Meister

Die 11 schönsten Kapitel eines Fußballmärchens

Vom Fast-Absteiger zum englischen Meistertitel – als Verein mit dem geringsten Etat gegen die Scheich-Clubs. Auf der Insel wird gerade eines der schönsten und romantischsten Fußballmärchen Wirklichkeit: Leicester City gewinnt nach einer unglaublichen Saison die englische Premier-League. Gestern Abend gewann man den Titel auf der Couch. Die elf schönsten Kapitel eines Fußballmärchens

1. Königliche Kräfte

Im Jahr 2012 werden bei Ausgrabungen in Leicester die längst verloren geglaubten Gebeine von King Richard III gefunden. Es dauert drei Jahre bis alle nötigen Untersuchungen abgeschlossen sind, um Richard in seiner letzten Ruhestätte beizusetzen. Zu diesem Zeitpunkt, im März 2015, steht Leicester abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.

Das neue Begräbnis in der Kathedrale von Leicester – es ist der Anfang dieses Märchens. Aus den verbleibenden acht Spielen holt Leicester sieben Siege und hält sensationell die Klasse. Bis heute hat seit Richards Beerdigung keine englische Mannschaft mehr Punkte geholt. Der Geist von King Richard scheint über dem Stadion zu schweben. Leicester City trägt seine Heimspiele übrigens im King Power Stadium aus – mehr Symbolik geht nun wirklich nicht.

2. Die Wette gilt

Der Fund von King Richard III., die anschließende Siegesserie, sie hat wohl einige Hoffnungen geweckt. Doch nur wenige haben sich getraut, finanziell in ihren neuen Mut zu investieren. Das hätte sich allerdings mal so richtig gelohnt: Leicester Fan John Pryke zum Beispiel setzte zu Saisonbeginn 20 Pfund auf seinen Verein. Auf dem Weg zur Meisterschaft allerdings verkaufte er seine Wette: Er könne die Spiele nicht mehr genießen, das der Grund für den Verkauf. Immerhin, knapp 30.000 Pfund gab es dafür. Heute wird er sich bei aller Freude wohl trotzdem ein bisschen ärgern.

Ähnlich mutig zeigte sich TV-Kommentator und Ex-Leicester-Profi Gary Lineker. Sein Wetteinsatz für einen Titelgewinn: Er kommentiert das letzte Saisonspiel in Unterhosen. Wer hätte vor der Saison gedacht, dass Lineker tatsächlich blank ziehen muss.

3. Deutschland und die Bundesliga jubeln mit

Keine Frage, Leicester City hat weltweit sämtliche Sympathie-Wettbewerbe längst für sich entschieden. Besonders beliebt dürfte der Club aber hierzulande sein. Schließlich spielt mit Robert Huth ein ehemaliger deutscher Nationalspieler für die Foxes. Und auch in Mainz hat man die Daumen noch etwas fester gedrückt: Shinji Okazaki und Christian Fuchs spielten einst für die Hessen und stehen nun in England vor der Sensation.

4. Claudios Resterampe

Der größte Teil des Wunders von Leicester ist wohl die Mannschaft selbst, beziehungsweise ihre Zusammensetzung. Große Säulen der Mannschaft, tragende Rollen werden von Spielern eingenommen, die schon als gescheitert oder aussortiert galten.

Innenverteidiger Wes Morgan ist nur eins von vielen Beispielen. Er spielte jahrelang in der zweiten englischen Liga, jetzt kickt er sich nach ganz oben und ins Premier-League-Team des Jahres. Auch der Trainer selbst, Claudio Ranieri, hatte schon den Malus des gescheiterten Trainers. Ob bei Inter Mailand, dem FC Chelsea oder der griechischen Nationalmannschaft, Ranieri wurde stets vor Vertragsende vor die Tür gesetzt. Jetzt steht der sympathische Italiener ganz oben. Wer hätte das gedacht?

5. Wie entfesselt

Jamie Vardy ist das Fußballmärchen in Menschengestalt. Die Geschichte von seinem Aufstieg gleicht der in einem Film: in seiner Jugend musste er Spiele mit elektronischer Fußfessel bestreiten, nach einer Schlägerei musste er überwacht werden. Er arbeitete in einer Kohlefaserfabrik, hatte den Fußball aufgegeben. Er begann seinen zweiten Anlauf in der siebten Liga, stieg auf und wechselte zu Fleetwood Town in die fünfte Spielklasse. Dort erzielte er in einer Saison 31 Tore – und wechselte zu Leicester City.

Jetzt, im Jahr 2016, steht er mit 22 Toren auf Platz drei der Torschützenliste, ist englischer Meister und der Hoffnungsträger für das englische Nationalteam bei der EM in Frankreich. Eine Geschichte wie im Film – Adrian Butchart, Regisseur der „GOAL“-Trilogie plant mittlerweile tatsächlich eine Verfilmung über das Leben von Jamie Vardy.

6. Ein Fußballerisches Beben

28. Spieltag, Leicester im eigenen Stadion gegen Norwich City. Es läuft die 90. Minute, Spielstand 0:0. Es rollt der letzte Angriff. Kurz drauf messen die Seismografen ein Erdbeben der Stärke 0,3: Leonardo Ulloa trifft zum 1:0. Ein Wahnsinn.

7. Grüner wird's nicht

Meisterlich sind nicht nur die Mannschaft und das Trainerteam, sondern auch das Geläuf, das im King Power Stadium ausliegt. Ein Gemisch aus Kunstrasen und natürlicher Saat. Hier haben die Greenkeeper ganze Arbeit geleistet – ein Genuss für Fußballer und Gärtner.


8. Tor des Jahres

Uns fragt ja niemand, aber wenn es sich die Jurys dieser Welt doch überlegen sollten uns in die Wahl zum Tor des Jahres einzubinden, dann steht unsere Wahl bereits fest: Jamie Vardy mit einem irren Strich. Beim Redaktionskick vom Playboy sieht das etwas anders aus. Wir üben weiter fleißig.

9. Der zwölfte Mann

Wo der Erfolg ist, ist meistens auch die Missgunst nicht fern. So auch bei Leicester City. Der wichtigste Mann sei nicht Vardy, nicht Ranieri oder Riyad Mahrez, sondern der Schiedsrichter, so die Meinung der Neider. Am lautesten wird dabei immer die Zahl 15,3 Prozent gerufen. So hoch ist nämlich der Anteil der Elfmetertreffer an der gesamten Torausbeute. Ein sehr hoher Wert, für viele so hoch, dass sie den Schiedsrichter als „zwölften Mann“ bei Leicester sehen.

10. Mamma mia!

Beim großen Meisterfinale, beim Spiel Chelsea gegen Tottenham saß Claudio Ranieri nicht wie zu erwarten vor dem Fernseher. Seine Mutter in Italien hat Geburtstag, als das Spiel lief, sitzt er im Flugzeug. Die Mama wird's gefreut haben. Claudio auch.

Meister auf der couch

Zweiter Mai 2016. Chelsea spielt gegen den Zweitplatzierten Tottenham. Chelsea spielt 2:2, Hazrad trifft kurz vor Schluss zum Ausgleich. Bei Topscorer Jamie Vardy hat sich derweil die gesamte Mannschaft vor dem Fernseher versammelt und wartet auf den Abpfiff. Und dann: die totale Eskalation. Da können schon mal Tränen fließen.

Autor: Leopold Zaak
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