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Entwicklung zu einer etablierten Trendsportart

Lacrosse: So schnell ist die schnellste Ballsportart der Welt

Lacrosse ist die schnellste Ballsportart der Welt, eine der ältesten und härtesten Sportarten – erfunden in Nordamerika. In Kanada avancierte er zum Nationalsport, ein echtes Männerding und erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Was man über Lacrosse wissen muss, um wirklich mitreden zu können? Der Berater verrät es

Hierzulande bringen viele Menschen Lacrosse mit dem Teenie-Klamauk „American Pie“ in Verbindung: Steve Stifler und Oz, zwei der Hauptfiguren des Films, widmen sich an der High School dem Spiel, das in Wahrheit nichts für Milchbubis ist. Aber Lacrosse gab es schon lange vor „American Pie“: Es wurde im 12. Jahrhundert von amerikanischen Ureinwohnern gespielt. Die Irokesen, Chippewa und Cherokee kannten das Spiel, bei dem es darum geht, mit Hilfe eines langen Netzschlägers einen kleinen Ball in das Tor der gegnerischen Mannschaft zu bugsieren. Die Stämme hatten verschiedene Namen dafür. Die Cherokee nannten es „kleiner Krieg“, und das irokesische Wort „Tewaarathon“ bedeutet „kleiner Bruder des Krieges“. Vor allem die Indianer an den Großen Seen betrieben das gefährliche Spiel, bei dem oft hunderte Krieger zweier Stämme auf riesigen Flächen antraten und nicht selten zu Tode kamen. 

Lacrosse ist wie Ersatzkrieg mit langen Schlägerstöcken 

Die Spielregeln wurden meist erst am Tag vor dem Spiel festgelegt. Generell gab es jedoch kein Aus, und der Ball durfte nicht mit den Händen berührt werden. Als Tore wurden oft große Felsen bestimmt. Erst später errichtete man hölzerne Pfosten. Die Spiele, bei denen die Medizinmänner als Trainer wirkten und die Frauen Getränke reichten, dauerten oft mehrere Tage und wurden aus verschiedenen Gründen veranstaltet: Manchmal wurde durch das Spiel ein Konflikt innerhalb eines Stammes ausgetragen, manchmal war es Teil eines Festivals. Im Allgemeinen sollte es aber junge Männer auf den Krieg vorbereiten. Deshalb glichen die Vorbereitungen jenen vor dem Aufbruch in eine Schlacht: Es gab Tänze, die nach bestimmten Riten abliefen, und die Spieler bemalten sich und die Schlägerstöcke. Wie tief Lacrosse im Leben der Ureinwohner verwurzelt ist, zeigt die Tatsache, dass die Irokesen noch heute eine eigene „Nationalmannschaft“ stellen – die einzige, die keine Nation repräsentiert.

Die Europäer entdecken Lacrosse

Doch wie kam der Sport zu seinem heutigen Namen und Erscheinungsbild? Der französische Jesuitenmissionar Jean de Brébeuf erwähnte das Spiel erstmals 1634. Zum Ursprung des Namens gibt es zwei Theorien. Brébeuf könnte zum Einen das französische Wort für Feldhockey (le jeu de la crosse) im Kopf gehabt haben – oder die Stöcke der Spieler erinnerten ihn an den Bischofsstab seiner Zeit, französisch „crosier“. Obwohl das Spiel von den Jesuiten abgelehnt wurde, erfreute es sich unter französischen Kolonisten immer größerer Beliebtheit. Durch das Wetten auf die Spielausgänge wurde der Sport um 1740 prominent.

Eine Pionierleistung in Kanada

Den endgültigen Durchbruch schaffte Lacrosse 1856, als der kanadische Zahnarzt William George Beers den „Montreal Lacrosse Club“ gründete und 1867 Regeln für das Spiel einführte. So bestimmte er die Spieldauer, die Anzahl der Spieler und die Beschaffenheit des Stocks. Um die Jahrhundertwende erlebte Lacrosse aufgrund der Gewaltausbrüche im Spiel noch einmal einen Rückschlag – Choctaw Indianer hatten Gewichte an ihren Stöcken angebracht, um damit die Schädel der Gegner zertrümmern zu können. Nichtsdestotrotz war Lacrosse in den Jahren 1904 und 1908 olympische Disziplin. Danach wurde das Spiel allerdings wieder aus dem Programm gestrichen.

Neue Schläger, neuer Schwung

Um 1930 wurde in Kanada eine Hallenversion eingeführt – das so genannte Box Lacrosse. Diese Entwicklung war vor allem dem langen und harten Winter in vielen kanadischen Regionen geschuldet. In den USA hatte es den Status eines Schulsports und wurde nur an einigen elitären privaten High Schools der amerikanischen Ostküste gespielt – bis eine technische Weiterentwicklung das Spiel wieder für die breite Öffentlichkeit interessant machte: Die Firma STX führte Sticks (Stöcke) aus Plastik ein. Damit wurden die bis dahin aus Holz gefertigte Ausrüstung erschwinglicher und ließ auch ein genaueres und schnelleres Passspiel zu. So eroberte Lacrosse von den High Schools und Colleges aus die Stadien.

Lacrosse auf dem Weg zum Profisport

1987 wurde unter dem Namen „Eagle Pro Box Lacrosse League“ die erste Profiliga für Indoor Lacrosse gegründet. Sie firmiert heute unter dem Namen „National Lacrosse League“ (NLL). Für Feld-Lacrosse wurde im Jahr 2001 die „Major League Lacrosse“ (MLL) gegründet. In der MLL gehen derzeit sechs, in der NLL 13 Teams an den Start. Vor allem die NLL befindet sich auf einem guten Weg und ist beim amerikanischen Fernsehpublikum beliebt. Für die Zuschauer ist Box Lacrosse deshalb so interessant, weil es neben harten Body-Checks ein unglaubliches Tempo und viele Tore auf engstem Raum bietet. Die insgesamt zwanzig Spieler erzielen in vier Vierteln meist zwischen 20 und 30 Tore.

Lacrosse in Deutschland

Auch in Deutschland frönen jetzt immer mehr Sportler dem knallharten Spiel, das die kanadische Spielerlegende Gary Gait in einem Interview so beschrieb: „Lacrosse ist eine Kombination aus drei Sportarten. Die Angriffs- und Verteidigungs-Taktiken ähneln denen beim Basketball, der Körperkontakt und die harten Hits sieht man sonst beim Football oder Eishockey – und die Spieler positionieren sich wie beim Fußball.“ Der „kleine Bruder des Krieges“ bietet also für jeden Sportfan etwas. Für deutsche Damen und Herren existieren unter dem Dach des Deutschen Lacrosse Verbandes (DLaxV) mittlerweile Nationalmannschaften, und für beiden Geschlechter gibt es eine Bundesliga. Bei den Herren wurde inzwischen sogar eine 2. Liga ins Leben gerufen. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Kanada kann man in Deutschland als Spitzensportler allerdings – noch – kein Geld mit Lacrosse verdienen.

Stefan Maurer

Autor: Stefan Maurer
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