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Mentale Kriegsführung beim Tennis

Siegen statt schön spielen: mentale Kriegsführung im Tennis

Es klingt so simpel: Der Bessere gewinnt. Die Faustformel stimmt aber nur bedingt – erst recht beim Tennis gerät sie ins Wanken. Allzu oft triumphiert nicht der Spieler mit der ausgefeiltesten Schlagtechnik, sondern der Spieler mit den hilfreichsten Psycho-Tricks. Der Berater erklärt, wie mentale Kriegsführung am Netz funktioniert

Mentale Kriegsführung kann im Tennis zu größten Erfolgen führen. „Ich weiß noch genau, was ich dachte, als ich ihn zum ersten Mal sah: keine Vorhand. Keine Rückhand. Kein Volley. Ich bemerkte allerdings noch etwas anderes: Er gewinnt!“ – sagte Tennis-Trainer Tom Livingston einmal über seinen ehemaligen Schützling Brad Gilbert. Für einen von Natur aus „untalentierten“ Spieler liest sich Gilberts Karriere nicht schlecht: 20 Turniersiege, Platz vier der Weltrangliste, knapp acht Millionen Dollar Preisgeld. Wie der US-Amerikaner das geschafft hat? Durch gezielte Mental-Tricksereien auf dem Tennisplatz. Sein Buch „Winning ugly“ (zu Klampen Verlag) gilt als Pflichtlektüre für den Triumph über bessere Spieler. Sie müssen aber nicht das komplette Werk auswendig lernen. Lesen Sie einfach hier weiter.

Mentale Kriegsführung: meistens clever, manchmal hässlich

Wichtig für den Anfang: „Winning ugly“ propagiert in erster Linie den cleveren und nicht den hässlichen Sieg. Mit ausgeklügelten Taktikschachzügen wird der Kontrahent in die Knie gezwungen. Agieren Sie wie Otto Rehhagel mit seinen Griechen bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal: Nicht schön, aber erfolgreich – nur eben auf dem Tennisplatz. Igeln Sie sich zum Beispiel an der Grundlinie ein und fabrizieren einen Mondball nach dem anderen. Irgendwann verliert Ihr Gegner die Geduld und knallt die gelbe Filzkugel ins Netz oder ins Aus. Die stoische Taktik erfordert allerdings jede Menge Selbstdisziplin – und seien wir ehrlich: Spaß macht das keinen. 

Mentale Kriegsführung: nerven, nerven, nerven

Ist Ihnen die stupide Taktik-Schablone zu langweilig, bringen Sie Ihre dunkle Seite zum Vorschein. Dafür darf es ruhig ein wenig hässlich werden. Ihre Aufgabe besteht darin, den Gegner schlechter zu machen, als er in Wirklichkeit ist. Dazu müssen Sie den Goliath von der anderen Netzseite aus seinem Konzept bringen. Die beste Gelegenheit bietet sich zwischen den Ballwechseln. Denn: Der Ballwechsel startet nur, wenn beide Spieler bereit sind. Dehnen Sie die Pausen so weit wie möglich. Keine Hektik, wenn der Gegner schon seit Sekunden zum Aufschlag bereit steht. Drehen Sie noch in aller Ruhe eine Extrarunde um die Grundlinie und rücken dabei in Bierruhe ihre Saiten zurecht. Sie spüren förmlich, wie dem Gegenüber die Halsschlagader anschwillt. Sein Fokus wandert von der Konzentration auf das Wesentliche, den Aufschlag, in die Aggression. Seine Präzision schwindet. Ihr Wille geschehe.

Mentale Kriegsführung: den Djokovic machen

Aber es geht noch eine Stufe dreister. Begeben Sie sich scheinbar in Return-Position. Der Gegner setzt zum Aufschlag, wirft den Ball hoch. Stopp! Sie heben plötzlich den Arm und unterbrechen seine Ausholbewegung. „Sorry, ich war noch nicht bereit...“, stoßen Sie heuchlerisch hinterher. Jetzt wird das Ganze im Laufe des Spiels so oft wie möglich wiederholt – und siehe da: Goliath schäumt mal wieder vor Wut! Und haut so dilettantisch gegen den Ball wie selten zuvor. Beim eigenen Aufschlag greift diese Verzögerungstaktik genauso. Auch ein nicht enden wollendes Auftippen des Balles vor dem Service (Novak Djokovic lässt grüßen) entpuppt sich als Gift für das Nervenkostüm des Gegners. Versuchen Sie zusätzlich, die Konzentration des Kontrahenten unterschwellig zu stören. Besonders einfach gelingt das auf einem Sandplatz. Nur mit den Schuhen ein wenig im roten Sand scharren – und die ungewohnten Geräusche bringen den Aufschläger aus dem Konzept. Sie sollten das allerdings nicht durchweg einsetzten. Lieber gezielt bei wichtigen Punkten.

Mentale Kriegsführung: Komisches tun, aber konzentriert bleiben

Generell gilt: Überraschungen schaden nie. Vor dem Return plötzlich direkt am Aufschlagfeld herumzuhampeln, bringt den Gegner womöglich für eine Zehntelsekunde zum Nachdenken – und er macht einen Doppelfehler. Beachten Sie jedoch: Bei allen Mätzchen darf Ihre eigene Konzentration nicht leiden. Sind Sie mehr mit dem nächsten Störfeuer beschäftigt als mit der nächsten Vorhand, ist jeder Psycho-Trick sinnlos.

Mentale Kriegsführung: Stärke demonstrieren

Auch die Demonstration der eigenen Stärke kann äußert hilfreich sein. Kriecht Ihr Kontrahent nach einem anstrengenden Aufschlagspiel auf die Bank und japst nach Luft, verzichten Sie komplett auf die Pause, marschieren wie selbstverständlich an dem Luftlosen vorbei und präsentieren sich in Kampfbereitschaft an der Grundlinie.

Mentale Kriegsführung: Humpeln kann auch nicht schaden

Bei Profis verbreitet ist zudem die Mitleidsmasche. Fassen Sie sich dafür zwischen den Ballwechseln immer wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht an das Bein oder humpeln nach einem Ball, an den Sie sowieso nicht heran gekommen wären. In Wahrheit sind Sie natürlich fit wie ein Turnschuh. Meistens zeigt Ihr Gegner Mitleid und spielt nicht mehr mit letzter Konsequenz. Dann können Sie punkten. Aber Vorsicht: Die Taktik fliegt relativ schnell auf. Sie sollten sie auf wenige, aber entscheidende Punkte im Match beschränken. Ohnehin entscheiden oft nur wenige Punkte über Sieg oder Niederlage. So wird sich zwar vermutlich Ihr Tennis-Freundeskreis in relativ kurzer Zeit reduzieren, aber dafür wächst die Pokalsammlung im Schrank dank genialer, mentaler Kriegsführung.

Daniel Müksch

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