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Ganz ohne Spinat

Der lange Weg zum Strongman

Strongman Contest – kann ich bei den Stärksten mitspielen?

Strongman Contest – unter diesem Namen werden die Wettbewerbe der stärksten Männer ausgetragen: Bavarian Stone Lift, Conan Wheel, Hercules Hold, Stones of Strength – all das sind Disziplinen, in denen Normalschwächlinge nichts zu suchen haben. Doch was steckt dahinter, wie funktionieren solche Wettbewerbe und wie wird man zum Strongman?

Die Anfänge des modernen Strongman-Sports liegen in den Vereinigten Staaten. 1977 rief der Fernsehsender CBS das Format „The World’s strongest Men“ ins Leben. Ein Wettbewerb, bei dem Sportler aus verschiedenen Sportarten Aufgaben zu meistern hatten, die möglichst viele Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchten.

Der erste Star der Szene war der Amerikaner Bill Kazmaier, der den Wettbewerb von 1980 bis 1982 gewann. Dann verkaufte CBS die Rechte und der Wettbewerb wurde im folgenden Jahr erstmals außerhalb der Vereinigten Staaten in Neuseeland ausgetragen. Sofort kam der Sieger auch aus einem anderen Land. Der Brite Geoff Capes holte sich den Titel. In den darauf folgenden Jahren nahm die Zahl der Wettbewerbe zu – und auch die Fernsehanstalten zeigten größeres Interesse an den starken Männern.

Strongman Contest – Island dominiert die Szene

Ende der 80er Jahre hatte die Szenen einen neuen Star. Der Isländer Jon Pal Sigmarsson konnte sich den Titel des „Stärksten Mannes der Welt“ vier Mal sichern. Damit leitete er eine Ära der isländischen Dominanz ein. Denn bis Mitte der Neunziger konnte sich auch sein Landsmann Magnus ver Magnussen vier Mal in den Siegerlisten eintragen.

Zu den klassischen ausgetragenen Disziplinen zählte damals der Bavarian Stone Lift und der Farmer’s Walk. Bei ersterem steht der Athlet auf einem Podest. Er muss ein unter ihm liegendes Gewicht durch einen Haltegriff nach oben ziehen. Sieger ist derjenige, der das Gewicht am weitesten vertikal bewegt.

Beim Farmer’s Walk trägt der Athlet zwei Betonkoffer seitlich neben dem Körper. Er muss eine bestimmte Distanz möglichst schnell überwinden. Die beiden Koffer wiegen meist jeweils 130 Kilogramm. Diese Disziplin stammt aus Irland. Dort traten Farmer mit Milchkannen gegeneinander an. Wer es am weitesten schaffte, hatte gewonnen.

Zu den Wettbewerben zählen aber auch der Hercules Hold und die Atlas Stones. Beim Hercules Hold steht der Athlet mit auf Schulterhöhe ausgestreckten Armen auf einem Podest und hält seitlich seines Körpers zwei 160 Kilogramm schwere Betonkissen. Ziel ist es, die an Seilen befestigten Kissen, so lange wie möglich zu halten.

Dynamische Kraft ist hingegen bei den Atlas Stones gefragt. Hier müssen die Athleten fünf zwischen 100 und 160 Kilogramm schwere Betonkugeln auf unterschiedlich hohe Podeste hieven. Das Problem: der schwerste Stein muss auf das höchste Podest. Die meisten Athleten scheitern an dieser Aufgabe.

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Heinz Ollesch ist der stärkste Deutsche

Der Bavarian Stone Lift hat in Bayern seinen Ursprung. Dort lebt auch der beste deutsche Strongman. Heinz Ollesch beendete zwar 2006 seine aktive Karriere, zuvor war er allerdings zwölf Mal der stärkste Mann Deutschlands und vertrat seine Heimat immer wieder bei den Weltmeisterschaften. Seine beste Platzierung: ein vierter WM-Platz.

Ollesch erklärte in einem Interview, was einen Menschen zum Strongman macht: „Der Körperbau darf nicht zu filigran und zu klein sein. Ein Läufertyp wird nie im Leben ein Strongman werden, weil der Knochenbau das gar nicht aushält.“ Darüber hinaus muss ein Strongman Unmengen von Essen in sich hineinstopfen und dabei vor allem darauf achten, dass die Nahrung eiweißhaltig ist. Ansonsten wird viel trainiert – Maximalkraft oder „funktionelle Kraft“, wie Ollesch es nennt.

Im Unterschied zu Bodybuildern geht es den Strongmen nicht darum, einen möglichst makellosen, durchtrainierten Körper zu haben, sondern möglichst hohe Kraftwerte zu erreichen, um in sehr speziellen Wettbewerben bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Der Weg zum Strongman führt aber am besten übers nächstgelegene Fitnessstudio.

Keiner kommt an Mariusz vorbei

Selten scheiterte in den letzten Jahren der Pole Mariusz Pudzianowski. Der „Dominator“ sicherte sich bei verschiedenen Verbänden zwischen 2001 und 2008 neun Weltmeistertitel. 2009 musste sich der Pole seinem legitimen Nachfolger Zydrunas Savickas beim WSM „World’s strongest man“ in einem Herzschlagfinale geschlagen geben.

Im letzten Wettbewerb, den Atlas Stones, kam es zum direkten Duell der beiden Giganten, das der Litauer für sich entscheiden konnte. Der 1,91 Meter große und 170 Kilogramm schwere Savickas ist mit seinem Brustumfang von 155 Zentimeter in der Strongman-Szene eine vielbeachtete Größe: Von 2003 bis 2008 gewann er sechs Mal in Folge den Wettbewerb im Rahmen der Arnold Strongman Classic, die den Namen des kalifornischen Gouvernators tragen. Nun, da er seinen Fokus auf die offiziellen Weltmeisterschaften legt, könnte er der dominierende Strongman der kommenden Jahre werden.

Mehr Kämpfe, mehr Gewinn

Der Dachverband der Strongman, die International Federation of Strength Athletes (IFSA), wurde 1995 gegründet und forcierte 2001 den Zusammenschluss mehrerer Strongman-Wettbewerbe zur „IFSA Strongman Super Series“. Durch diese Turnierserie wollte der Verband die Kommerzialisierung des Sports vorantreiben. Der punktbeste Teilnehmer nach Abschluss dieser Grand-Prix-Serie wurde zum „IFSA World Champion“ ernannt. Parallel dazu wurde der Titel des „World's Strongest Man“ weiterhin in Form eines Einzelwettbewerbs vergeben. Bei beiden Wettbewerben ging nahezu dasselbe Teilnehmerfeld an den Start. Es gab also zwei Weltmeistertitel zu gewinnen.

2004 wandelte sich die IFSA in eine Gesellschaft um und richtete eine eigene Gegenveranstaltung zum „World’s Strongest Man“ aus. Seither gibt es sogar drei Weltmeister. Die Teilnehmerfelder spalteten sich, und die Frage nach dem wirklich stärksten Mann der Welt konnte für einige Jahre nicht geklärt werden. Mit dem Sieg von Savickas bei der WM 2009 hat sich dieser Zustand aber wieder verändert. Die starken Männer sind sich sicher, wieder den absolut Stärksten gefunden zu haben.

Doch auch ohne einen einzelnen Superstar ist es beeindruckend, die großen starken Männer beim Ziehen von Trucks oder unter einem Joch mit über 400 Kilogramm zu beobachten. Sie vollbringen Leistungen, für die sich der durchschnittliche Eigenheim-Erbauer einen Kleinbagger mietet. Oder er veranstaltet im Zuge schwerer Baumaßnahmen einfach selbst mal einen Strongman Contest.

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