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Der optimale Schlag

Tennis - wie schlage ich stärkere Gegner?

Sie spielen ganz ordentlich Tennis, aber Ihr Kontrahent auf der anderen Seite des Netzes ist einfach besser als Sie? Dann müssen Sie eben ganz tief in die Trickkiste greifen. Wie man starke Gegner bezwingt – der Berater erklärt es

Zunächst einmal folgen Sie dem Ansatz, den der schwächere Akteur in jeder Sportart wählt: Kämpfen bis zum Umfallen. Das sieht man bei Deutschland gegen Aserbaidschan, bei Bayern gegen Bochum und bei Federer gegen egal-welchen-Spieler-der-Welt. Das Ergebnis ist leider oft das gleiche – es bringt nichts. Doch das soll Sie keinesfalls vom Kämpfen abhalten, es soll Ihnen nur zeigen, dass mehr nötig ist, um einen besseren Gegner zu schlagen. Also geben Sie beim Tennis alles, laufen Sie wie ein Hase, geben Sie keinen Ball verloren und verleihen Sie Ihrem Kampf auch körperlich und stimmlich Ausdruck. Ein zorniges „Come on“, ein spitzes „Vamos“ oder eine gezielt entgegen gereckte Faust haben noch keinem Spiel geschadet. 

Mind Games

Zu diesen verbalen Bekundungen Ihres Willens muss sich die Körpersprache gesellen. Stehen und gehen Sie aufrecht, Ihr Blick muss Entschlossenheit und Zuversicht ausdrücken und Ihr Gegner muss das spüren. Nach einem gut herausgespielten Punkt sollten Sie sich „aufbauen“, Blickkontakt suchen, schauen Sie Ihrem Kontrahenten in die Augen, blicken Sie durch ihn hindurch, fixieren Sie ihn – zwingen Sie ihn zum Wegschauen, zeigen Sie ihm, wer auf dem Platz das Sagen hat.

Von Rafael Nadal lernen

Trotzdem werden Sie in einem Tennis-Match Phasen durchmachen, in denen es nicht läuft. In denen sich die spielerische Überlegenheit Ihres Gegners zeigt: Sie sind chancenlos und Sie spüren es. Das ist okay, doch Ihr Gegner darf das niemals spüren. Es steht 0:3? Völlig egal. Zeigen Sie in jedem Ballwechsel, dass Sie unbedingt wollen, dass Sie nicht abzuschütteln sind, dass Sie nie aufgeben. Das Paradebeispiel? Rafael Nadal. Sie werden nie die Beine des Spaniers haben, nie seine Vorhand, aber Sie können versuchen, sich etwas von seinem Verhalten auf dem Platz abzuschauen. Eine wichtige Säule seiner mentalen Stärke drückte der Mallorquiner in einem Interview so aus: „Nach einem wichtigen Sieg bin ich derselbe Mensch wie vor dem Match. Der Ausgang eines Tennisspiels ändert keinen Menschen, oder?“ Wichtig ist also, zu wissen, wer man ist und sein Selbstbild nicht vom Ausgang eines Tennis-Spiels abhängig zu machen.

Das Momentum nutzen

Ein weiterer Star, von dem Sie lernen können, stärkere Gegner in die Knie zu zwingen, hat seine Karriere schon lange beendet: Ivan Lendl. Die ehemalige Nr. 1 der Welt nutzte das Momentum. Tun Sie das auch, denn das Momentum ist so etwas wie die Macht eines Jedi-Ritters. Auf den ersten Blick unsichtbar, aber ungeheuer wirksam. Und so funktioniert's: Gehen Sie nach einem Punkt schnell zum nächsten über. Das lässt sich vor allem beim eigenen Aufschlag hervorragend praktizieren. Nach einer schwachen Serie lassen Sie sich dagegen Zeit zwischen den Punkten, brechen Sie den Rhythmus und das Momentum Ihres Gegners. Nutzen Sie die Zeit beim Seitenwechsel komplett aus, wenn es nicht gut läuft. Wenn Sie allerdings eine gute Phase haben, setzen Sie sich nur kurz und gehen früh zurück auf den Court. – Alles Kleinigkeiten, die ein Match zu Ihren Gunsten entscheiden können. Neben all diesen psychologischen Tricks müssen Sie aber natürlich auch noch Tennis spielen.

Die falsche Seite?

Und zwar gegen einen Gegner, der Ihnen in fast allen Belangen überlegen ist. Doch auch bei ihm werden Sie Schwächen finden. Unser Tipp: Ignorieren Sie diese. Seit Jahren merken all seine Gegner, dass seine Rückhand eine Nuance schlechter ist als die Vorhand und spielen dorthin. Darauf ist er vorbereitet. Seien Sie der erste, der ihm alle Bälle in die Vorhand spielt, auf seine starke Seite, genau in seinen besten Schlag hinein. Zuerst wird er sich nur fragen, ob Sie nicht merken, wie stark er dort ist, dann wird er sich fragen, ob Sie unbedingt verlieren wollen, dann, ob Sie vielleicht schwachsinnig sind und erst dann wird ihm der Gedanke kommen, dass Sie eventuell einen Plan verfolgen. Der erste Satz ist dann zu Ende und er hat bei all den Gedanken, die ihm durch den Kopf schwirren, überhaupt nicht gemerkt, dass er nicht auf der Siegerstraße ist. Darüber hinaus sollten Sie beim Tennis immer an Ihr Spiel glauben. Tun Sie nichts Spektakuläres. Spielen Sie nicht näher an die Linien als sonst und schlagen Sie die Vorhand oder den Aufschlag nicht härter als gewöhnlich. Das wird nur zu einer höheren Fehlerquote führen und Sie verunsichern. Der bessere Spieler gewinnt in engen Situationen meist nicht deshalb, weil er sein Level hebt, sondern weil der Schwächere versucht, eine Schippe drauf zu legen und dabei scheitert.

Stefan Maurer

Autor: Stefan Maurer
Anna Kurnikowa - Das Tennis-Ass auf Instagram
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