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Das erhoffen wir uns von "Late Night Berlin"

Heute startet Klaas Heufer-Umlaufs Late Night-Show

Zum TV-Start: Das erhoffen wir uns von "Late Night Berlin"

Das Genre „Late Night Show“ ist sowas wie das Stiefkind der deutschen Fernsehlandschaft: Nur wenige waren damit erfolgreich, die meisten sind gescheitert. Nun wagt Klaas Heufer-Umlauf auf ProSieben einen neuen Versuch. Was wir uns von  „Late Night Berlin“ erhoffen...

Harald Schmidt, Stefan Raab und Jan Böhmermann stehen auf der einen Seite. Gottschalk, Engelke, Pocher und viele andere auf der anderen. Sie sind mit dem Versuch gescheitert, das Ur-Amerikanische Format der späten Unterhaltungssendung in Deutschland zu etablieren. Puristen würden wohl nur Harald Schmidt nennen, wenn die Sprache von „echter Late Night“ ist.

Nach dem Ende von „Circus Halli Galli“ schickt nun ProSieben Klaas Heufer-Umlauf ins Rennen. Jeden Montag soll er dort ab 23 Uhr das Wochengeschehen humorvoll für uns aufarbeiten.

Doch kann das funktionieren? Was können wir erwarten, wenn Klaas heute erstmals die Zuschauer im Anzug in seinem holzvertäfeltem Studio begrüßt? Und was braucht die Sendung, um an Popularität zu gewinnen?

Die klassischen Late Night-Elemente

Der Rahmen wird sich wohl auch bei LNB nicht vom Standard abweichen. Nachdem Heufer-Umlauf zur Livemusik der Studioband das Studiobetritt, folgt ein Stand-Up, sowie die Ankündigung der Gäste.

Bei der Premiere werden das Polit-Talkerin Anne Will, sowieso der Rapper Casper sein. Gerade bei den Gästen bleibt es spannend, wie gut Heufer-Umlauf diese in die Show einbezieht.

Anne Will und Casper machen den Anfang

Während beispielsweise Stefan Raab sich kaum auf seine Gäste vorbereitete, wissen die US-Kollegen bestens, den Besuch für möglichste gute Gags einzubeziehen. Weniger Klamauk, mehr Tagesgeschehen. Nicht nur die Gäste, auch die Themen werden laut Heufer-Umlauf „weniger selbstreferentiell“ und dagegen mehr vom Geschehen der Woche beeinflusst.

War die Vorgängersendung „Circus Halli Galli“ noch „Kindergarten für Erwachsene“ soll jetzt auch politisches Geschehen weiter in den Mittelpunkt gerückt werden. Eine „’Tagesschau’ mit Witzen“ plane man aber auch nicht.

Der Spagat zwischen Linear-TV und Internet

Jan Böhmemann und seine Sendung „Neo Magazin Royale“ scheint es in der Nische zu gefallen. Auf dem Spartensender ZDFneo und in Social Media funktioniert die Sendung wunderbar. Das liegt auch am Gesamtkonzept, das manchmal etwas zerstückelt wirkt. Dennoch: die mundgerechten Häppchen lassen sich auf den sozialen Kanälen wunderbar verbreiten.

Deshalb funktioniert die Sendung in ihren Einzel-Clips oft besser als am Stück. Anarcho-Stimmung wie zu Schmidts Zeiten kommt damit aber nur schwer auf. An Internet-fähigen Content-Happen wird auch Heufer-Umlauf nicht vorbeikommen. Er tut aber gut daran, sich nicht zu sehr am Beispiel von Freund Böhmermann zu halten.

Der Sidekick

Schmidt hatte Manuel Andrack, Raab hatte Elton, Böhmermann hat William Cohn und Ralf Kabelka. Mit dem Stichwortgeber steht und fällt so manche Show. Wer das im Falle von LNB sein wird, ist noch nicht klar. Daraus wurde im Vorfeld ein Mysterium gemacht. Denkbar wären so einige. In einem Vorschau-Clip war Heufer-Umlauf beispielsweise mit dem Autor und Musiker Heinz Strunk zu sehen.

 

Der ist auch aus für seine satirischen Kommentare aus „extra3“ bekannt. Strunk könnte also und hätte wohl auch Zeit. An dieser Stelle ist dies aber nichts als eine Vermutung. Genauso gut könnten aber auch jeder andere aus dem Dunstkreis von Joko & Klaas als Sidekick fungieren. Es wird wohl die große Überraschung des Abends sein.

Die Sache mit dem langen Atem

Immer wieder hört und liest man, die Late Night Show wäre in Deutschland mit Schmidt untergegangen. Entertainer Christian Ulmen meinte im Playboy-Interview, es fehle in Deutschland vermutlich an der kritischen Masse, die sich für das Format regelmäßig begeistern könne. Sicher ist, dass ProSieben und Heufer-Umlauf zu Beginn wohl zu kämpfen haben, denn eine neue Show braucht Zeit. Weder Schmidt, noch Raab hatten immer Traumzahlen, doch die Treue des Senders war ihnen lange Zeit sicher.

Schmidt war stets Liebling des Feuilleton und somit Aushängeschild für Sat.1. TVTotal lief und lief und lief - das auch noch mit schlechten Quoten, weil Raabs andere Produktionen die Massen anzog. Wenn sich ein Sender diesen Luxus leisten will, dann kann es auch eine Late-Night-Kultur geben, wusste Christian Ulmen schon 2016. Egal wie hoch die Qualität „Late Night Berlin“ sein sollte, entscheidend für das Überleben der Sendung ist die Ausdauer von ProSieben.

„Late Night Berlin“ startet heute um 23 Uhr auf ProSieben und wird jeden Montag ausgestrahlt.

Autor: David Goller, Playboy-Redakteur
Playboy Chefredakteur zu Gast bei Oliver Pocher
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