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Prince: Warum es nie wieder jemanden wie ihn geben wird

Am 07. Juni 2018 wäre er 60 Jahre alt geworden

Warum es nie wieder jemanden wie Prince geben wird

Am Donnerstag wäre einer der größten Musiker unserer Zeit 60 Jahre alt geworden: Prince. Keiner war so vielseitig, kreativ und einflussreich wie der kleine Riese aus Minneapolis. Und keiner riss durch seinen Tod eine solch große Lücke. Eine Huldigung …

Prince ist tot. Es scheint schwer vorstellbar, selbst in einer Welt, in der es nur zwei Typen von Menschen gibt: Diejenigen die sterben werden und diejenigen, die bereits gestorben sind. Aber wenn es auf diesem Planeten nur diese zwei Typen von Menschen gegeben hätte, schien es immer so, als würde Prince zu einer dritten gehören. Und jetzt hat er das einzig Gewöhnliche getan, dass wir uns jemals hätten von ihm vorstellen können.

Man braucht in der Erinnerung an Prince keine Angst vor Übertreibung zu haben. Er war der beste Musiker seiner Zeit, der vielseitigste, einflussreicher auf eine größere Zahl von von Künstlern und Genres als irgendwer sonst. Mal abgesehen vom Jagdhorn, war er wahrscheinlich der Beste mit so ziemlich jedem Standardinstrument des Pop. Er war eine Macht und benutzte jedes Album dazu, sich über schnöde Plattenladen-Kategorien hinwegzusetzen. Er konnte so energiegeladen sein wie James Brown, auf so traditionelle Weise männlich wie Teddy Pendergrass, so ungezügelt wie David Bowie, so verletzlich wie Marvin Gaye, so einfühlsam wie Paul Simon und so geladen wie Michael Jackson. Und das alles verdammt noch mal gleichzeitig.

Er war der Einzige, der nicht nur große Träume hatte, sondern dann auch noch das Talent und den Ehrgeiz aufbrachte, sie wahr werden zu lassen.

Foto: AP

Seine Karriere oder seinen Einfluss auf eine Formel zu bringen ist schlicht unmöglich. Selbst als er noch unter uns weilte, war es schwer genug, schlau aus ihm zu werden, geschweige denn, ihn wirklich zu verstehen. Dafür war er zu schnell, fast schon zu seinem eigenen Nachteil. Als die Welt soweit war, „1999“ zu verdauen, war er schon bei „Purple Rain“, das gleichzeitig Hardrock, Soul, Pop und Gospel war. Und noch bevor wir dieses Album auch nur ansatzweise verstehen konnten – nachdem wir es grob geschätzt eine Myriade Mal gekauft hatten – war er schon bei „Around the World in a Day“. Zwei Jahre (und einen schlechten Film) später, arbeitete er an „Sign O the Times“, einem Doppelalbum, auf dem es keinen einzigen Lückenfüller gab. Und ehe man es sich versah, war er splitternackt auf dem Cover von „Lovesexy“ und rebellierte gegen die Beschränkungen des aufkommenden CD-Formates, indem er aus dem ganzen Ding einen einzigen Song machte. Das war die Art, wie wir ihm zuhören sollten.

Fehler machte er erst, als er zu sehr versuchte, wie jemand anderes zu sein. Bb es der linkische Versuch war, HipHop in seine Musik zu integrieren (mit Grauen erinnern wir uns an das Pistolen-Mikrofon) oder als er seinen Sound glattbügelte um R&B dem 90er-Jahre-Radio schmackhaft zu machen.

Prince auf den NCLR Awards, 2007. Quelle: Getty Images

Aber das zu tun, worauf er Lust hatte, war das, worum es Prince in seinen besten Zeiten immer ging. Egal ob er auf dem Cover von „Dirty Mind“ in G-String und Trenchcoat erschien, „When Doves Cry“ ohne eine Bassline veröffentlichte oder verlangte, einen Film drehen wollte, obwohl er noch nie in seinem Leben geschauspielert hatte. Er trug was er wollte. Er sagte was er wollte. Er tat das, was er wollte und war sich dabei immer bewusst, dass wir gar nicht anders konnten, als ihm nachzugeben. Warum? Weil er der „baddest motherfucker on earth“ war, ein zierlicher Typ, dem aus irgendeinem Grund die Männlichkeit aus allen Poren troff, während er gleichzeitig mit traditionellen weiblichen Schönheitsbildern spielte. Er war der einzige Typ, der es wagte, Michael fucking Jackson zu sagen, dass er ihn nicht auf dem Titeltrack zum Nachfolger von „Thriller“ begleiten würde.

All seine Songs drehen sich um diesen einen kostbaren Rohstoff der Musik: Verwegenheit. Nur wenige Dinge sind verführerischer als emotionale Intelligenz kombiniert mit körperlicher Freiheit. Seine Songs waren sich ständig verändernde Mengendiagramme von Sex und Liebe; Selbstbewusstsein und Unsicherheit; Hoffnung und Resignation. Er hatte das seltene Talent, Songs für Frauen zu schreiben, die klangen, als wären sie von einer Frau geschrieben worden. Anders gesagt war er manns genug, so zu klingen, als wäre er keiner.

Prince auf dem SuperBowl Halftime Press Event, 2007

Während Bowie gut darin war, verschiedene Personen in einer zu sein, war es Prince’ Gabe, so viele verschiedene Seiten von sich zu zeigen. Der Ausdruck von purer Sexualität war so klug und auf den Punkt gebracht und die Romantik war so wohldossiert, beide immer mit dem gleichen Anteil an Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein. Auf „Do It All Night“ wusste er, wozu er fähig war, aber war sich auch immer vollkommen darüber im klaren, dass jemand anderes ihm zuvor kommen könnte. Auf „When You Were Mine“ hatte er seine Frau an den Typ verloren, den Sie eigentlich für beide mit nach Hause gebracht hatte und wollte sie trotzdem zurück. Und „Adore“ mit seinen Liebeserklärungen und der bodenständigen Art zu sagen, dass sie sein Auto besser nicht anrührt, ist so echt, wie ein Liebeslied nur sein kann, selbst wenn ein Teil dieser Liebe einem Auto galt. Schüchtern zu sein war in Prince’ Welt nutzlos, egal wie krass oder unangenehm die Wahrheit auch sein mochte.

Prince war nicht Bob Marley. Seine Musik war nicht dafür gedacht, die Welt zu verändern. Sie war die Welt, so wie sie sich die meisten Menschen nur wünschen konnten. Sie war der Soundtrack für Träume, auch wenn sie wie sein echtes Leben klangen. Weil der Traum von so vielen Menschen Freiheit ist. Befreit zu werden von Konventionen und von ihren Gefühlen geleitet zu werden, was auch immer diese Gefühle waren.

Es ist einfach unmöglich, dass irgendwer jemals davon geträumt haben könnte, dass Prince stirbt und es macht auch keinen Sinn, sich einen Ersatz zu erträumen. Wir hatten unseren Prince und ich hoffe, Sie hatten eine funky-gute Zeit, denn so etwas wird es nie wieder geben.

Autor: Bomani Jones
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