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Was ich gelernt habe

Ungelöste Männer-Rätsel – Teil 19

Ein Schwein sein...

... lohnt sich nicht. Aber es kann helfen: zum Beispiel, wenn man einen nichtigen Nachbarschaftskonflikt einfach loswerden will. Oder ist es besser, ihn als lächerlicher Pantoffelheld durchzustehen? Ungelöste Männer-Rätsel - Teil 19

Es gibt Konflikte, die kann man nicht gewinnen. Weil sie zu nichtig sind für einen erwachsenen Mann. Ein Streit unter Nachbarn um Zimmerlautstärke oder Gartenzwerge zum Beispiel. Tritt man in so einen Kleinkrieg ein, wird man schnell zur Karikatur. Zum Spatzenkanonier. Kein Geschütz ist so harmlos, dass es so einem Anlass angemessen wäre.

Ich weiß, wovon ich rede. Leider. Ich habe schon in Boxershorts und Pantoffeln Partys gesprengt, weil meine Kinder nicht schlafen konnten. Ich habe mich schon zum Vollhorst gemacht, wenn irgendwo ein Hund jaulte, den ich verdurstend neben seinem toten Herrchen wähnte. Aber nur einmal habe ich so überreagiert, dass ich daraus fürs Leben lernte.

Das war früher in meiner Studentenbude. Die Mutter der Nachbarfamilie, die vor dem Schnarchen ihres Mannes jede Nacht in ihr Arbeitszimmer floh, fand sich dort dank dünner Wände von meinen nächtlichen Lebensgeräuschen (Fernsehen, Sex, Husten, etc.) gestört und revanchierte sich mit einem Radiowecker. Das heißt, sie stellte ihn dort an die Wand, wo sie richtigerweise mein Bett vermutete, und ließ ihn weiterlaufen, wenn sie um 6 Uhr aufstand. Aber ich war Student! Ich brauchte meinen Schlaf.

Just in dieser Klemme wollte es das Unglück, dass ich ein Familiengeheimnis meiner Nachbarn erfuhr: Sie hatten beschlossen, ihrem damals elfjährigen Sohn noch bis zu seinem 16. Lebensjahr zu verheimlichen, dass er ihr Adoptivkind war. Und als ich die Frau am nächsten Tag vor dem Haus traf, bot ich ihr einen Deal an: Auch ich würde ihrem Sohn gegenüber dichthalten, wenn sie das mit dem Radio bleiben ließe. Seitdem hatte ich Ruhe. Aber nur akustisch. Denn ihre Reaktion auf meine Erpressung, diesen tränen- und hasserfüllten Blick, werde ich nie mehr vergessen. Heute würde ich maximal in Boxershorts bei ihr klingeln und höflich herumstammeln. Lieber doof als kriminell.

Autor: Philip Wolff
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