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Der Kompromisslose

Ein Nachruf auf Charles Bronson

Der Kompromisslose

Hart, kompromisslos, wortkarg. Charles Bronson –  das war einer, der sich von nichts und niemanden etwas sagen ließ. Wo er auftauchte, roch es nach Ärger. Mit Pathos und maskuliner Mimik spielte er in seinen knapp 100 Filmen den Idealtypen des Anti-Helden. Heute wäre Bronson 96 Jahre alt geworden. Der Schauspieler verstarb 2003 in Los Angeles.

Die Protagonisten waren fiese Typen. Ihre großkalibrigen Revolver hingen locker am Gürtel, ihre Visagen - zerfurcht wie ein Rübenacker. Dann ging es meist relativ schnell zur Sache: Ein zynischer Spruch, zähneknirschend hervor gepresst, eine gezogene Knarre und wenig später war von den Bösewichten nicht mehr viel übrig. „Wenn man vier umgebracht hat, macht einem der fünfte auch nichts mehr aus“ – wie kaum ein anderer, spielte Charles Bronson den Rächer der Gerechten authentischer.

Durch seine Rollen in „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder dem Thriller „Ein Mann sieht rot“ wurde er der Inbegriff für knallharte Selbstjustiz und ein Urgestein eines Genre, das bis heute Tausende begeistert. Seine zahlreichen Filme sind Kult.

Bronson in "Rivalen unter Roter Sonne": Pathos und maskuline Mimik.

Der US-amerikanische Schauspieler wurde am 3. November 1921 in Ehrenfeld, Pennsylvania als Charles Dennis Buchinsky geboren und wuchs in einer litauisch-tatarischen Familie auf. Als elftes von insgesamt 15 Kindern, absolvierte er als einziger seiner Geschwister die High School.

Nachdem sein Vater früh gestorben war, unterstütze er seine Familie, indem er im zarten Alter von 16 Jahren im Kohlebergwerk schuftete. Die harte Akkordarbeit unter Tage, die er vier Jahre lang ausübte, soll er gehasst haben. In dieser Zeit saß Bronson auch wegen eines Ladendiebstahls und einer Schlägerei zweimal im Gefängnis.

"Ein Gesicht, mit dem man eine Lokomotive stoppen könnte"

Als der Zweite Weltkrieg über die Welt hereinbrach, wurde auch Bronson eingezogen. Er war während seiner Dienstzeit Bordschütze eines B-29 Bombers und wurde später verwundet.  Nach Kriegsende arbeitete er als Boxer und Gelegenheitsarbeiter, dann studierte er Kunst in Philadelphia. Er war zeitlebens an der Malerei interessiert und stellte, als er bereits ein Filmstar war, unter seinem Geburtsnamen Buchinsky mit Erfolg Bilder aus.

Zum Film kam Bronson durch seine Tätigkeit als Bühnenarbeiter. Im Pasadena Playhouse übernahm er kleinere Rollen, bis Filmregisseur Henry Hathaway auf ihn aufmerksam wurde. Er gab ihm 1951 seine erste kleine Hollywood-Rolle. Der Regisseur Leone gab dem verwitterten Bronson eine Rolle in „Spiel mir das Lied vom Tod“, weil er ein Gesicht habe, „mit dem man eine Lokomotive stoppen könnte“. Bronson meisterte die Rolle mit Bravour. Der Rest ist Geschichte.

Ab den späten 1960er Jahren zählte Bronson ein gutes Jahrzehnt lang zu den weltweit populärsten Stars. Er spielte in der Regel wortkarge Helden in Western und Actionfilmen. Besondere Berühmtheit erlangte er 1968 im Westernepos Spiel mir das Lied vom Tod in der Rolle des mysteriösen Mundharmonikaspielers. Einer seiner erfolgreichsten Filme war der Thriller Ein Mann sieht rot (1974), der Selbstjustiz zum Thema hatte.

Der mit einer Golden Globe-Trophäe gekürte Star war trotz seiner Hollywood-Erfolge stets ein verschlossener Außenseiter – ganz so, wie die Rollen die er in seinen Filmen spielte. Am liebsten verzog sich der Leinwandheld auf sein Anwesen in Malibu und eine Ranch in Vermont. 1993 konnte man den ergrauten Star für die Kapitänsrolle in „Der Seewolf“ gewinnen.

Bronson in seiner berühmtesten Rolle.

Bis zum Schluss blieb er dem Genre treu, das ihm so viel Erfolg eingebracht hatte. Als Mordinspektor in der Serie „Family of Cops“ trat er 1998 zum letzten Mal auf.

Am 30. August 2003 verstarb der Kult-Schauspieler nach mehrjährigem Alzheimerleiden im Alter von 81 Jahren in Los Angeles. Bis zu seinem Tod blieb er der Pragmatiker unter den Stars, der Proletarier Hollywoods, der Fremde auf der anderen Seite der Gleise.

Autor: Max Marquardt, Playboy
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