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Falco: Eine Liebeserklärung

Playboy-Redakteure über die Pop-Legende

Falco: Eine Liebeserklärung

Es ist heute 21 Jahre her, dass ein Autounfall in der Dominikanischen Republik das Leben von Hans Hölzel beendete. Falco wurde damit endgültig zur Legende, die auch heute nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat. Wir versuchen in einigen persönlichen Anekdoten, der Faszination um Falco nachzugehen.

"Falco war per se uncool!"

Max Krones, Playboy-Volontär

"Für mich war Falco ehrlich gesagt lange Trash. Trash deshalb, weil auf den Parties meiner Jugend öfter „der Mann mit dem Koks“ lief und ich das ganze für einen schlechten Techno-Remix hielt. Als man mir dann sagte, dass das die Originalfassung von Falco sei, war das Thema erstmal für mich durch. „Jeanny" und "Out of the Dark" kannte ich nur aus dem Radio meiner Eltern – Falco war also per se uncool.

Erst Anfang 20 zeigte mir ein Freund Hits wie „Vienna Calling“ oder „Wiener Blut“ und aus anfänglicher Skepsis hat sich ein Muster entwickelt: Angetrunken, Zigarette im Mund, in der Küche meiner alten Wohnung sitzend, grölen wir Falco aus dem Fenster in die Nacht. Aus den Boxen kommt nun kein Trash mehr, da laufen Falco-Hits. Der Trash kommt nur noch aus unseren Kehlen."

"Falco war eben auch ein Mensch wie wir alle"

Philipp Nowotny, Playboy-Redakteur

"Falco war ein Mensch mit zwei Gesichtern. Es gab da den schüchternen und zurückhaltenden Hans Hölzel, der „lieb und zugewandt“ gewesen sein soll, wie Weggefährten sagen. Der seiner Mutter ein eigenes Schlafzimmer in seiner stockbiederen Villa in der niederösterreichischen Provinz einrichtete und ihr sogar über den Tod hinaus tief verbunden blieb: Neben dem – unfassbar geschmacklos gestalteten – Falco-Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof liegt seine Mutter begraben, „Mama“ steht auf dem Stein.

Und auf der anderen Seite war da die öffentliche Kunstfigur Falco, ein „arrogantes Arschloch“, ein Wiener Szene-Stenz mit manieriertem Schönbrunner Idiom, ein unaufhörliches Plappermaul, der im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen musste.

Falco (re.) nebst Managerin

Ein Mann der Extreme also: Penibel bis an die Schmerzgrenze, wenn er neue Stücke komponierte und aufführte, bis zum Schluss immer unzufrieden, immer auf der Suche nach dem perfekten Sound, der perfekten Zeile, dem perfekten Rhythmus. Der seinen Schreibtisch fast schon militärisch ausrichtete: Stifte, Papier, Feuerzeug und Zigaretten, alles parallel und im rechten Winkel.

Der aber auch beim Trinken, mit Drogen und mit den Frauen exzessiv lebte. Einer, der den Skandal fast schon suchte, Hotelzimmer verwüstete, seine Mitmenschen beleidigte – und dem es danach aufrichtig leid tun konnte. Falco war ein musikalisches Genie, der zeitlose Texte schrieb („Europa“!), aber er war eben auch ein Mensch wie wir alle. Dafür bewundern viele ihn noch heute. Weil er – trotz seines frühen Todes – das Leben gelebt hat, das wir insgeheim vielleicht gerne führen würden. Zwar nicht nur mit gigantischen Höhen, sondern auch mit gigantischen Tiefen, aber vor allem: ehrlich.

"Falco war alles – nur nicht geradlinig"

Maximilian Marquardt, Online-Redakteur und Site Manager playboy.de

"Falco sei ein „zerrissener Typ gewesen, sagte seine nicht-leibliche Tochter Katharina über die Wiener Poplegende. Eine Kritik, die aber doch eigentlich vielmehr nach einem Lob klingt. Denn war es nicht genau jene wunderbare Zerrissenheit, die sich in seinen musikalischen Kompositionen spiegelte und stets seinen Stil prägte?

Die dafür Sorge trug, dass er eben nicht, wie viele seiner damaligen Kollegen, im kollektiven Vergessen der Zeitgeschmäcker unterging. Falco war alles – nur nicht geradlinig. Und das ist auch gut so."

"Falco war cool, exaltiert und dekadent"

David Goller, Playboy-Redakteur

"Wenn ich an Falco denke, dann muss ich auch an Mozart denken. Nicht nur wegen „Rock me Amadeus, sondern wegen der Gemeinsamkeiten der beiden Österreichischen Musiklegenden. Das Leben in Saus und Braus, der Hang zum Perfektionismus, das Zweifeln, Scheitern, die Ablehnung und Gleichzeitige Verehrung, die den beiden auch heute noch zu Teil wird.

Wenn ich mir heute Interviews von Falco auf Youtube anschaue, bekomme ich Gänsehaut. Diese Coolness, die ihm als Arroganz ausgelegt wurde, während er sich um Kopf und Kragen redete, fasziniert mich. Und nicht nur das. Falco war der erste weiße Rapper, schuf den bis heute einzigen deutschsprachigen Song, der es auf Platz 1 der US-Billboardcharts brachte.

Wie kann man da normal bleiben? Und warum auch? Die Dekadenz und Exaltiertheit, mit der Falco Mozart beschreibt, spiegelte sich auch in seinem eigenen Leben wieder. Und doch zögerte Hans Hölzel, als die Chance zur Weltkarriere zum Greifen nahe schien. Das Heimweh holte ihn ein. Das schönste an der USA-Flagge, so Falco, seien die rot-weiß-roten Streifen."

Autor: David Goller, Playboy
Autor: Maximilian Krones
Autor: Philipp Nowotny
Autor: Max Marquardt, Playboy
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