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"Der Verzicht auf Schlaf ist der neue Schwanzvergleich"

Wie uns mehr Schlaf zu einem besseren Leben verhelfen kann

"Der Verzicht auf Schlaf ist der neue Schwanzvergleich"

Hand auf Herz: Wie viel Schlaf gönnen Sie sich pro Nacht? Vermutlich zu wenig, denn Schlaf hat in unserer Leistungsgesellschaft nicht das allerbeste Image. Frühaufsteher haben Konjunktur, wer länger liegen bleibt gilt als faul. Dabei ist die Nachtruhe nicht nur wichtig für unsere Gesundheit, sondern auch elementar für eine erfolgreiche Karriere und ein erfüllendes (Sex-)Leben. Autorin Katharina Kunzmann ("Ab ins Bett! Eine traumhafte Reise in die Welt des Schlafes") erklärt uns im Interview, wie wir genügend Schlaf finden und ihn richtig für uns nutzen

Überstunden, wilde Partynächte bis in den Morgen – und der Schlaf muss oft dran glauben. Unterschätzen wir den Schlaf?

Absolut! Ich bezeichne dieses Verhalten gerne als den neuen Schwanzvergleich. Einziger Unterschied: Wir prahlen nicht mehr, wer den Längsten, sondern wer den Kürzesten hat. Es ist traurigerweise schick geworden, sich kaum mehr Pausen und Ruhe zu gönnen. Deshalb sind wir eine chronisch übermüdete Gesellschaft geworden.

Was verbessert sich in unserem Leben, wenn wir mehr bzw. besser schlafen?

Schlafmangel macht krank, dick und unfreundlich! Also verbessert sich so ziemlich alles, wenn wir ausreichend und gut schlafen. Wir werden schöner, intelligenter und belastbarer – körperlich wie emotional. 

Wie kann uns Schlaf helfen, erfolgreicher zu sein?

Nur wer ausgeruht ist, kann produktiv sein. Deshalb sind ausgeschlafene Geister auch erfolgreicher. Es gibt zwar das Klischee vom Chef, der niemals schläft, und deshalb erfolgreich ist. Aber das ist kompletter Unsinn. Denn im übermüdeten Zustand fällen wir öfter falsche oder gleich gar keine Entscheidungen. Wenn der Chef also mies ist, könnte das weniger eine Frage des Charakters, sondern eine Frage seiner viel zu kurzen Nachtruhe sein.

Ist es gesünder, alleine oder mit einem Partner im Bett zu schlafen?

Das ist sehr individuell und meist nur eine Frage der Gewöhung. Wer jahrelang neben seinem Partner schläft und dann auf einmal nicht mehr, der hat oft Probleme damit. Umgekehrt ist es genauso. Veränderungen sind für unseren Schlaf nie gut. Manchmal kann es aber sein, dass man sich an einen Partner einfach nicht gewöhnen kann, weil einer schnarcht, im Schlaf redet oder nachts aufsteht. Dann sollte man über getrennte Schlafzimmer nachdenken. Die Gewöhnung ist übrigens auch der Grund, warum es sich neben One-Night-Stands schlechter schläft als neben einem langjährigen Partner. Da muss man dann eben Prioritäten setzen.

Schlaf ist ihr Hobby: Katharina Kunzmann schreibt auf diewillnurschlafen.de über Sinn und Unsinn unserer Schlafgewohnheiten.

Was empfiehlt die Expertin in Sachen Schlaf-Bekleidung? T-Shirt, Pyjama im Hugh Hefner-Style oder doch komplett nackt?

Der Trend geht ganz eindeutig weg vom Pyjama, hin zu T-Shirt mit Boxershorts, vor allem bei Männern. Auch bei den Frauen tut sich was: Nur noch jede dritte trägt ein Nachthemd. Zur Jahrtausendwende war es noch jede zweite. Was die Damen aber auf jeden Fall beachten sollten: ohne BH ins Bett! Das ist gesünder – und Hugh Hefner hätte es bestimmt auch gefallen.

Welchen Einfluss hat Schlaf auf unser Sexleben?

Auch hier gilt: Nur wer ausgeruht ist, kann zur Höchstform auflaufen. Außerdem kann man das Schöne auch gleich mit dem Praktischen verbinden. Nach dem Orgasmus werden die meisten von jetzt auf gleich todmüde und dann darf gepennt werden.

Welche Tipps gibt es wenn es mit dem Einschlafen mal wieder nicht klappt? Außer Schäfchenzählen...

Ein Orgasmus hilft, wie gesagt, super beim Einschlafen, aber nicht nur der. Auch allabendliche Rituale sind wichtig, etwa eine heiße Dusche, ein paar Seiten Lesen oder ein Glas Milch mit Honig. Der Körper gewöhnt sich schnell an Abläufe, die immer wiederkehren und findet so schneller zur Ruhe. Außerdem sollte man, wenn man partout nicht einschlafen kann, überlegen, ob die Umstände stimmen. Vielleicht ist es zu warm oder zu kalt, zu laut oder zu leise, zu hell oder zu dunkel. 

Was ist dran am "Schönheitsschlaf" – Gibt es diesen Effekt wirklich?

Ja, den gibt es. Wenn wir übermüdet sind, dann sieht das Gesicht aus als wäre man krank. Man bekommt blasse Haut und Augenringe. Besonders fies: Unsere Mitmenschen nehmen müde Gesichter aber nicht nur als unattraktiver wahr, sondern auch als dümmer. Langsame Bewegungen und ein müder Blick werden mit verringerter Intelligenz assoziert. Wer gut ankommen will, sollte also ausgeschlafen sein.

"Wer gerne schläft, ist besser im Bett", so die Idee hinter Katharina Kunsmanns Buch.

Viele können nur vor dem Fernseher, bei einem Podcast oder Hörbuch einschlafen. Ist das ungesund oder völlig okay?

In diesem Fall heiligt das Mittel den Zweck. Wenn es nicht ohne geht, dann lieber vor der Glotze wegpennen, als stundenlang wachliegen. Ideal ist es aber nicht, da die meisten nach ein paar Stunden hochschrecken, um den Fernseher auszuschalten. In diesem Fall sollte man nachsehen, ob man einen Timer stellen kann. Dieser ist auch für Leute zu empfehlen, die mit Hörbuchern oder  Podcasts schlafen gehen. So wird man nicht die ganze Nacht beschallt. 

Was mache ich, wenn ich acht Stunden geschlafen habe und trotzdem nur schwer aus den Federn komme?

Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man zwar genug geschlafen hat, aber zur falschen Uhrzeit. Jeder Mensch hat eine innere Uhr, ist eher Morgenmensch oder Nachteule. Es ist immer am gesündesten, wenn wir ensprechend unserer individuellen inneren Uhr wach sind oder schlafen. Einfache Regel: Erst dann hinlegen, wenn wir wirklich müde sind und morgens – wenn die Arbeit es zulässt – ohne Wecker aufstehen. Der Köper wird von alleine wach, wenn er sich regeneriert hat.

Welche ist die effektivste bzw. gesündeste Weckmethode?

Am effektivsten sind wohl die guten, alten und vor allem lauten Wecker, die man von den Großeltern kennt. Manche kommen auf diese "Hau-drauf-Methode" aber gar nicht klar und brauchen eine sanftere Variante. Dann kann man zum Beispiel Lichtwecker versuchen, die langsam heller werden und so ganz sanft wecken. 

Vor dem Schlafen und nach dem Aufwachen ist der erste Begleiter das Handy. Schadet das? Sollten wir Smartphone und Laptop aus den Schlafzimmern verbannen?

Wenn wir abends auf den leuchtenden Bildschirm unseres Handy starren, dann vermitteln unsere Augen unserem Gehirn, dass gerade Tag ist. Schließlich ist es hell. Das hat zur Folge, dass weniger oder gar keine Schlafhormone ausgeschüttet werden. In der Folge werden wir nicht müde und starren weiter aufs Handy – ein Teufelskreis. Auch wenn es schwer fällt, aber im Schlafzimmer hat das Smartphone nichts zu suchen.

Wir kennen und lieben sie, die "Schlummer-Taste" auf dem Handywecker. Sollen wir auf die Snooze-Funktion besser verzichten?

Es ist völlig okay, wenn man drauf achtet, dass man insgesamt genug Stunden geschlafen hat. Nicht okay ist es aber, seinen Schlaf früher zu beenden als gut wäre, nur um noch ein Stündchen zu snoozen. Der kurze Schlummer zwischen zwei Snooze-Phasen trägt kaum mehr etwas zur Regeneration dabei.

Autor: David Goller, Playboy
No-Gos im Bett - Das sind die ultimativen Lustkiller
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