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Ist alter Wein gleich guter Wein?

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Ist alter Wein immer auch ein guter?

Natürlich sind wir alle beeindruckt, wenn uns so ein Weinschlaumeier in seinem Keller verstaubte Flaschen zeigt, und mit verschwörerischer Miene verkündet: „Mouton-Rothschild, 1990!" Aha, großer Name, über zwei Jahrzehnte gelagert. Aber ist alter Wein auch wirklich immer ein guter Tropfen?

Diese Frage kann man eindeutig mit „Nein" beantworten. Unser stolzer Sammler hat entweder gepokert oder sich übers Ohr hauen lassen: Denn selbiger Mouton-Rothschild hat es zwar schon immerhin auf einen Marktwert von knapp 400 Euro pro Flasche gebracht.

Aber gemessen am Geldeinsatz zur Kaufzeit ist das keine besonders hohe Rendite; doch was noch schlimmer wiegt: Es ist ein ausgesprochen mittelmäßiger Jahrgang. Für den Sammler stellt das noch kein Problem dar, denn: Sinken wird der Wert sicherlich nicht mehr. Aber wie steht es um den Inhalt, haben die Jahrzehnte dem Rebensaft gut getan? Und wie sieht es in weiteren 20 Jahren aus?

Bordeaux-Wein kann sehr alt noch gut schmecken

Bei den Bordeaux-Weinen, zu denen besagter Mouton-Rothschild gehört, gilt die Faustregel: Finger weg, mindestens fünf Jahre liegen lassen. Denn das spezielle Terroir und die Cuvée sowie die typische Fasslagerung lassen junge Bordeaux-Rote erst einmal sehr verschlossen wirken, sie öffnen sich nicht. Auch nicht, wenn man sie dekantiert. Auf der anderen Seite weisen diese Weine eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit auf: Bis zu fünfzig Jahre später sind sie zum Teil trinkbar – und auch genießbar.

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Italienische Weine schmecken jung – oder im Alter

Bei den italienischen Nachbarn sieht es ein wenig anders aus mit dem alten Wein: Große Tropfen wie Barolo oder Brunello sind zwar auch enorm lagerfähig – schmecken aber auch schon ganz jung. Dann erleben sie oft eine Phase von etwa zwei bis fünf Jahren, in der sie ruhen sollten – um dann mit einem gereiften Charakter im Glas wieder aufzublühen. Dies liegt einerseits an dem wärmeren Klima, andererseits an den wesentlich zugänglicheren Trauben (Sangiovese, Nebbiolo).

Alterungstöne bei Rotwein? Kann gut sein

Nun hat es jedoch Otto Normaltrinker nicht täglich mit großen Weinen aus dem Bordelais oder dem Piemont zu tun. Auch hier wieder eine Faustregel: je hochwertiger ein Rotwein, umso höher sein Lagerpotenzial. Weine aus einer ordentlichen Appellation (DOC oder AOC) können problemlos fünf Jahre liegen. Ab dann nehmen mit der positiven Reife leider auch die Alterungstöne zu. Da hilft jedoch belüften: Wein ist ein lebendiges Produkt, dessen Zauber durchaus wieder belebt werden kann. Einfache Rote wie etwa „Vin de pays" gehören dagegen bald getrunken. Aber die Frage nach der Lagerfähigkeit ist beim Händler immer berechtigt.

Alter Weißwein? Besser nicht so weit kommen lassen

Auch spanische Weine können mitunter sehr alt werden und dennoch hervorragend schmecken. Denn hochwertige Tropfen haben oft eine lange Fassbehandlung hinter sich, dank der Tannine wird er fast „konserviert" (was aber auch nicht jeder mag).

Wie aber sieht es beim Weißen und dem Rosé aus? Faustregel: Innerhalb von zwei Jahren gehören diese Weine getrunken, auch die besseren. Denn sie werden vor allem auf Frische und Spritzigkeit ausgelegt, da wirken Alterungstöne eher störend. International gibt es nur wenige Weiße, die so beständig sind. Außer, wenn sie als Süßweine ausgebaut wurden – aber das schmeckt wiederum auch nicht jedem. Voraussetzung ist jedoch immer auch eine wohltemperierte Lagerung, sonst geht die Vergreisung mitunter recht schnell. Profis führen in ihrem Keller immer Buch, welchen Wein welchen Jahrgangs sie wann gekauft haben: Dann schmeckt nämlich jeder Wein im genau richtigen Alter.

Autor: Klaus Mergel
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