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Mein Schlitten & Ich: Der Oldtimer-Exot

Tom Kisser und sein Toyota GT Le Mans

Der Oldtimer-Exot

Unsere Leser und ihre Autos. Heute: Unternehmer Tom Kisser aus Langenargen fährt den vermutlich ungewöhnlichsten Oldtimer der ganzen Bodenseeregion. Einmal wurde er wegen des Toyotas sogar verhaftet.

Einen Rennwagen sieht man nicht alle Tage auf der Straße. Doch was in Le Mans an den Start geht, darf durchaus auch mal zum Bäcker fahren. Das aber musste auch die Polizei in meiner Nachbarschaft erst lernen. Seit ich hier mit meinem Toyota-Racer herumfahre, wurde ich schon des Öfteren angehalten und einmal sogar in Haft genommen. Die Beamten dachten, ich sei ohne Zulassung unterwegs. Doch nach einer halben Stunde war glücklicherweise alles geklärt.

Denn der Toyota ist tatsächlich für den Straßenverkehr „abgerüstet“ und hat ganz offizielle Papiere. Seit die Schupos das wissen, winken sie mir nur noch mit der Hand zu und nicht mehr mit der Kelle.

"Mit seinen 300 PS ist der Wagen ganz gut beherrschbar"

2500 Kilometer habe ich in den vergangenen vier Jahren in dem Renner zurückgelegt. Mit seinen 300 PS ist er ganz gut beherrschbar. Im Renneinsatz leistete die Maschine zuvor allerdings satte 780 PS.

Heutzutage muss man jedoch mit dem Fehlverhalten anderer rechnen. Schon oft ist es mir passiert, dass entgegenkommende Fahrer vor lauter Begeisterung buchstäblich auf mich zugefahren sind. Da heißt es wachsam sein.

Alte Autos sind meine Leidenschaft. Als Sohn eines Oldtimer-Mechanikers wurde mir diese Liebe schon in die Wiege gelegt. Nachdem ich das große Glück hatte, im Alter von nur 20 Jahren meinen Weg vom Autowäscher zum Unternehmer zu machen, drehte sich plötzlich alles nur noch um die heiß geliebten vier Räder. Heute handle ich mit klassischen Automobilen. „Fine Cars“ ist nicht nur der Firmenname, es ist mein Lebensinhalt. Ich nehme auch gern an Ausfahrten und historischen Rennen teil.

Zahlreiche Siege und Pole-Positions konnte ich in den vergangenen 25 Jahren bereits verbuchen. Bis ich 2005 auf einem Revival-Rennen während des Fahrens plötzlich einen Herzinfarkt erlitt. Seither musste ich den Gasfuß etwas zurücknehmen, dadurch sind meine Rennautos in den letzten Jahren auch immer älteren Modellen gewichen. Mein Herz schlägt mittlerweile für Vorkriegsrennwagen wie Riley, Invicta und Lagonda, die ich noch regelmäßig bei Rennveranstaltungen und Oldtimer-Treffen bewege.

Den Toyota fahre ich nur noch für Charity-Zwecke. Schwerkranke Kinder, deren letzter großer Wunsch es ist, einmal in einem Rennwagen zu sitzen, sind meine Beifahrer. Ich nehme mir viel Zeit, um diese Wünsche zu erfüllen, denn die strahlenden Augen der Kinder sind die schönste Bezahlung, die es auf dieser Welt gibt. Dafür lasse ich alles stehen und liegen.

Zehn Autos meiner Sammlung habe ich mir als fahrbare Miniaturen nachbauen lassen. Mein guter Freund Frank Bankonin (Anm. d. Red.: Porträt in Heft 9/2014) baut meine Schätze im Maßstab 1 : 2,5 aus Blech und Holz originalgetreu nach. So kann ich nun auch bei schlechtem Wetter Freude daran haben.

Text: Tom Kisser 

Die schönste Nebensache der Welt? Richtig: Ihr Auto. Schicken Sie uns jetzt ein Foto von ihrem Liebling, und erzählen Sie uns Ihre Geschichte. Und wir: machen Druck! Und zeigen Ihr Auto im Playboy – egal ob alt, sehr alt, laut, böse oder edel...

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