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„Spontan hinfahren, wo die Sonne scheint“

Dirk Fehse von PaulCamper über rollende Ferienhäuser

„Spontan hinfahren, wo die Sonne scheint“: Dirk Fehse von PaulCamper über rollende Ferienhäuser

Deutsche lieben Camping-Fahrzeuge: rund 1,4 Millionen sind gemeldet. Meist stehen sie das Jahr über bloß herum. Das Unternehmen PaulCamper vermittelt als Online-Plattform zwischen Eigentümern und Mietern. Gründer Dirk Fehse über rollende Ferienhäuser und warum sie zum Reisetrend wurden

Playboy: Herr Fehse, wie funktioniert „PaulCamper“?

Dirk Fehse: Kurz gesagt: PaulCamper ist das Airbnb fürs Campen. Wer ein Wohnmobil besitzt, kann es bei uns auf die Website stellen, mit Fotos und Beschreibung. Und wer keines besitzt, damit aber gern mal einen Urlaub machen würde, kann die Fahrzeuge dann mieten.

Ein eigenes Wohnmobil zu kaufen zahlt sich doch sicher schnell aus, oder?

Es ist eine große Anschaffung, und auch die Mieten bei den wenigen kommerziellen Anbietern sind hoch. Camping mit Wohnmobil ist kein Billigurlaub, im Gegenteil. Sie müssen einen Wagen kaufen oder mieten, den Sprit zahlen, und Sie haben Stellplatzgebühren, wenn Sie nicht wild campen.

Warum steigt die Zahl der Camper trotzdem seit Jahren stetig?

Weil Sie mobil und flexibel sind, alles dabeihaben und spontan dahin fahren können, wo die Sonne scheint. Und es ist die ursprünglichste Art zu reisen. Die Welt dreht sich immer schneller, es wird alles kommerzieller, der Alltag ist manchmal grau. In die Natur rauszufahren erdet.

"Ich will Länder entdecken und durchqueren. Das ist Freiheit!"

Aber auch Luxus-Camping, also Glamping, liegt stark im Trend.

Was spannend ist! Die Leute haben eine Sehnsucht nach neuen Menschen, Erfahrungen und Abenteuern. Aber bitte in einem sicheren Umfeld und nicht ohne Komfort. Es gibt 5-Sterne-Campingplätze mit Whirlpool, Sauna und Kinderbetreuung. Oder Safaris in Namibia, wo Ihnen die Crew abends vor Ihrer Ankunft komplette Zeltlager aufbaut.

Auch Hollywood-Stars wie Nicole Kidman sind Fans davon.

Völlig in Ordnung, Camping ist vielseitig. Mein Ding wäre das nicht. Ich will Länder entdecken und durchqueren. Das ist Freiheit!

Was war Ihr größtes Abenteuer?

Vor acht Jahren in Australien, als ich erstmals drei Monate mit einem Camper gereist bin. Ein prägendes Ereignis. Ich hatte Bett, Kühlschrank und Gaskocher, mehr brauchte ich nicht, es gab ja alles draußen: schneebedeckte Berge, Wüste und tropische Strände. Ein Traum. Toll war auch eine Reise nach Georgien. Die Fünftausender im Kaukasus sind der Wahnsinn – und es gibt keine Campingplätze. Aber die Leute dort freuen sich, wenn du kommst.

Wohin fährt man typischerweise mit dem Wohnmobil?

Ein Drittel will nach Skandinavien, weil es dort große Flächen mit wenigen Menschen gibt und Wildcamping erlaubt ist. Ein Drittel fährt nach Westeuropa: Frankreich und Spanien. Und das letzte Drittel fährt nach Südeuropa, vor allem nach Italien, zunehmend auch Kroatien. Mein eigener Camper „Paul“ war mit mir und vielen Mietern schon überall in Europa.

"Nicht zu viel vornehmen, sonst wird es stressig!"

Mit „Paul“, Ihrem VW T4, hat PaulCamper angefangen, oder?

Genau. Ich habe ihn mir gekauft, als ich damals aus Australien zurückkam. Und dann mit anderen geteilt, das wäre sonst zu teuer gewesen. Ich habe recht schnell gemerkt, dass da was geht: Im Februar war ich bereits fürs ganze Jahr ausgebucht. Die Leute haben mir bei der Rückgabe nicht für den Camper gedankt, sondern für die geile Zeit, die sie hatten, unfassbar! Da hab ich mir gedacht: „Warum probierst du es jetzt nicht einfach?“ Und hab allein angefangen.

Wie groß ist Ihr Team jetzt?

Wir sind 40. Und haben bewiesen, dass das Konzept funktioniert. Wir sind mit über 3100 Fahrzeugen deutscher Marktführer und in Österreich und Holland aktiv, weitere Länder folgen.

Was sollten Leute mit wenig Erfahrung beachten?

Nicht zu viel vornehmen, sonst wird es stressig! Das Beste ist, einfach loszufahren und nur das Land zu planen. Nicht zu wissen, wo man schläft. Da können Sie tolle Orte entdecken. Wer das zum ersten Mal macht, sollte sich erst mal einen kleinen Camper fürs Wochenende ausleihen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Autor: Philipp Nowotny
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