„Lust kann man trainieren wie einen Muskel“
Frau Opel, wann haben Sie sich zuletzt begehrt gefühlt?
Heute Morgen vor dem Spiegel. Früher war mein Begehrtsein von anderen abhängig – heute fühle ich mich selbst dafür verantwortlich. Diese Energie wirkt sofort: Fünf Minuten später spähte mein Mann um die Ecke.
Sie sind seit 18 Jahren zusammen. Was spricht gegen Routinen in einer Langzeitbeziehung?
Alle kennen das Märchen: verliebt, verlobt, verheiratet. Aber es braucht so viel mehr. Trotz inniger Liebe standen mein Mann und ich kurz vor der Scheidung. Erst da wurde uns klar: Lust ist nichts, was einfach da ist. Man muss sie pflegen, trainieren wie einen Muskel. Und wenn das gelingt, kann auch Routine wieder nährend statt lähmend sein. Genau hier setzt mein Workshop an.
Er richtet sich an Paare mit Lustproblemen in unterschiedlichen Phasen.
Ja, denn wir entwickeln uns als Paare und Individuen ständig weiter. Ich greife Lustkiller wie Mental Load oder unterschiedliche Libido auf und frage: Was können wir verändern? Da muss auch der Alltag fair aufgeteilt sein. Der Sex ist das Sahnehäubchen, aber nur, wenn die Basis stimmt.
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