Johannes Lochner erklärt: So läuft ein Viererbob-Rennen ab

Vier Bobfahrer im deutschen Viererbob-Team schieben den gelben Bob beim Start eines Weltcuprennens an, tragen Helme und Rennanzüge auf der Eisbahn.
In nur 55 Sekunden entscheidet sich im Viererbob mehr, als Zuschauer sehen.
Credit: Viesturs Lacis
Vier Bobfahrer im deutschen Viererbob-Team schieben den gelben Bob beim Start eines Weltcuprennens an, tragen Helme und Rennanzüge auf der Eisbahn.
In nur 55 Sekunden entscheidet sich im Viererbob mehr, als Zuschauer sehen.
Credit: Viesturs Lacis

Vier Männer rasen einen Eiskanal hinunter – und am Ende gewinnen die Deutschen? Was sich bei einem Viererbob-Rennen wirklich abspielt, ist weit spektakulärer, als es im Fernsehen wirkt. Johannes Lochner, fünffacher Bob-Weltmeister und Olympiagold-Kandidat, erklärt, was in den rund 55 Sekunden im Eiskanal von Cortina tatsächlich passiert.

Alexander Neumann-Delbarre
Von: Alexander Neumann-Delbarre
04.02.26
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1. Team-Start: Vier Männer, ein Timing

Bei einem Viererbob-Rennen entscheiden drei Faktoren über den Sieg: das Material, die Fahrt des Piloten – und der Start. Wenn wir oben an der Bahn loslaufen, muss alles perfekt passen: Anschieben, Einsteigen, Sitzen. Den Einstieg beginnen wir bei einem Tempo von etwa 36 km/h. Es ist eine Choreografie aus Sprüngen und präzisen Verrenkungen. Die Öffnung, durch die wir in den Bob steigen, ist nur etwa 50 Zentimeter breit. Kaum zu glauben, dass dort vier Männer mit je rund 100 Kilo Platz finden. Das funktioniert nur, weil jeder exakt weiß, was er mit seinen Beinen tut. Ich muss als Erster hinein, die anderen folgen in Sekundenbruchteilen – im Vollsprint. Schon ein minimal unsauberer Einstieg kostet Tempo. Und Tempo am Start wird im Eiskanal brutal multipliziert. Wer hier patzt, hat ein Problem.

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