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„Mein Lehrer sagte zu mir: ,Til, wenn du so weiter durchs Leben gehst, wirst du krachend scheitern‘“

Til Schweiger über Schule, Freunde und Netzkritik

„Mein Lehrer sagte zu mir: ,Til, wenn du so weiter durchs Leben gehst, wirst du krachend scheitern‘“

Wie war Til Schweiger eigentlich während seiner Schulzeit? Das haben wir nicht nur ihn, sondern auch seine Jugendfreunde gefragt. Und dabei einige schräge Anekdoten ausgegraben! Zu seinem 55. Geburtstag gibt's hier das Interview

Obwohl Til Schweiger so gut trainiert ist wie wenige andere 54-Jährige, besteht er aus sehr viel Bauch. Also im übertragenen Sinn. Wenn ihn was stört, wenn er etwas ungerecht findet oder total toll, dann muss das raus. Sofort. Darüber, dass diese ganzen brodelnden Gefühle oft direkt und ungefiltert in seinen Facebook-Kanal fließen, wird sich regelmäßig lustig gemacht.

Aber im Grunde steht der Filmemacher damit für eine Authentizität, die selten geworden ist unter deutschen Prominenten. Während andere mit herumeiernder Zurückhaltung damit beschäftigt sind, niemandem auf die Füße zu treten, hat Til Schweiger eigentlich zu ziemlich allem eine Meinung.

Das macht ihn angreifbar, aber auch zu einem angenehmen Gesprächspartner. Beim Interview auf der Hinterhof-Terrasse seiner Berliner Wohnung soll es erst mal um seinen Film, „Klassentreffen“, gehen. Klar, dass wir wissen wollten, wie Schweiger eigentlich selbst in seiner Schulzeit so war.

Herr Schweiger, wenn Sie die Augen schließen und an Ihre Schule in Gießen zurückdenken, was riechen Sie da?

(Er macht es tatsächlich. Schließt die Augen, schweigt, grinst.) Bisschen Linoleumboden. Aber es riecht gut, ich bin gerne in die Schule gegangen.

Immer?

Eigentlich die ganze Zeit. Sogar so gerne, dass ich die zehnte Klasse freiwillig wiederholt habe, obwohl ich einen Schnitt von 2,9 hatte und mir alle davon abgeraten haben. Aber meine damaligen drei besten Kumpel waren sitzengeblieben, und ich hab mir gedacht, okay, wenn ich jetzt freiwillig wiederhole, sind wir wieder zusammen.

Was haben Sie in der Schule gelernt, das Sie heute tatsächlich brauchen?

Lesen, Schreiben, das war es eigentlich. Den ganzen Mathe-Scheiß kann man nicht gebrauchen. Man muss einen Dreisatz können und Prozentrechnen, aber Integrale und Nullstellen braucht man nur, wenn man Mathematikprofessor wird. Ich finde, man lernt in der Schule sehr viel unnützes Zeug und zu wenig darüber, was wirklich wichtig ist: soziale, emotionale Intelligenz.

Ist das die Erfahrung Ihrer eigenen Schullaufbahn oder die eines Vaters von vier Kindern?

Beides. Die meisten Lehrer sind in diesem Beruf falsch. In der Oberstufe habe ich mal einen Vortrag in Kunst gehalten. Wir sollten anhand von Fotos die Architektur eines neu errichteten Krankenhauses erläutern. Aber mein Klassenkamerad und ich, wir haben nur Porträts von uns mit Grimassen gemacht, irgendwo im Hintergrund sah man ganz klein das Krankenhaus. Die Klasse lag am Boden vor Lachen, nur der Lehrer hatte eine versteinerte Miene und hat zu mir etwas gesagt, das mich sehr getroffen hat: „Til, ich kann dir nur sagen, wenn du so weiter durchs Leben gehst, wirst du scheitern. Du wirst krachend scheitern.“

Haben Sie ihn später mal wieder getroffen?

Nee, leider nicht.

Til Schweiger (2. R. v. oben, ganz rechts) mit seinen Gießener Schulkameraden in der 10. Klasse

In der Unterstufe waren Sie offenbar noch wesentlich zurückhaltender. Ihre Schulfreundin Ingrid sagt, Sie seien ein typisches Lehrerkind gewesen: brav, unauffällig, Prinz-Eisenherz-Topfschnittfrisur. Trifft es das?

Würde ich sagen, ja. In der siebten oder achten Klasse kam Ingi in der Pause auf dem Schulhof mal zu mir und meinte, hier, wie findste eigentlich die Sabine? Ich so, die Sabine finde ich total toll. Ingi geht also zu Sabine, kommt wieder zurück und sagt: Also, die Sabine findet dich auch klasse, die würde mit dir gehen, geh mal hin. Ich daraufhin zu Sabine rüber: Willst du mit mir gehen? Sie: Ja. Ich: Okay.

Und was ist dann passiert?

Ja, nix weiter! Ich war super schüchtern.

Laut Ihrer Schulfreundin Judy hat sich das dann ab der neunten Klasse schlagartig geändert. Sie sagt, damals haben Sie dieses typische Schweiger-Lächeln erfunden, mit dem Sie jede Frau um den Finger wickeln. Wie genau geht das?

Ich kann das doch nicht auf Knopfdruck. Bei Fotografen macht mich das auch immer verrückt, wenn die sagen, mach mal das Til-Schweiger-Lächeln.

Judy sagt, es geht so: Augen zusammenkneifen, einen Mundwinkel nach oben ziehen.

Fakt ist, zu der Zeit hat sich bei mir was geändert. Ich weiß noch genau, wie ich in der achten Klasse mit der Nachbarstochter vom Karneval nach Hause gelaufen bin, ich war die ganzen 20 Minuten am Quasseln und sie am Lachen. Zu Hause, im Bett, hab ich mir dann gedacht: Boah, die hat nur gelacht. Vielleicht bin ich ja witzig.

Auch bei den Lehrerinnen sind Ihre Charme-Offensiven angeblich gut angekommen ...

Ich kann mich an die Französischlehrerin erinnern, die mir für meine Abi-Arbeit zehn Punkte gegeben hat, dabei war die höchstens sieben wert. Höchstens. Aber ich glaube, die war total verschossen in meinen Vater, das hab ich mir natürlich zunutze gemacht.

Was hat es eigentlich mit den Frauenarzt-Gutscheinen auf sich, die Sie in der Oberstufe an Ihre Mitschülerinnen verteilt haben – für den Fall, dass Sie mal Gynäkologe werden?

(Lacht) Die Gutscheine für meine Gratis-Frauenarztbehandlungen waren ein Joke! Wenn ich Arzt geworden wäre, dann sicher Orthopäde oder Sportmediziner, aber nicht Frauenarzt.

Gibt es diese Gutscheine noch irgendwo?

Also, ich hab so was bestimmt nicht aufgehoben!

Waren Sie eigentlich damals einer von den Jungs aus der Raucherecke?

Ja, schon mit 14. Damals war das cool. Und wer nicht geraucht hat, war absolut uncool.

In den Pausen haben Sie mit Ihren Freunden Manisch gesprochen. Wo haben Sie das gelernt?

Ich kann nicht wirklich Manisch. Manisch ist ja eine fast ausgestorbene Sprache aus dem letzten Jahrhundert. Eine Art Geheimsprache von Zigeunern und Räubern. In meinem Fußballverein gab es einen Libero, dessen Vater lupenreines Manisch sprach. Und von dem kannte ich ein paar Ausdrücke.

Ihr Lieblingswort aus dem Manischen?

Rackelo, also Kind. Es gibt eine Redensart, die lautet: Tschü Lowi, tschü Buijen, tschü Rackelo. Das heißt, kein Geld, kein Sex, kein Kind.

Ist Ihnen zum Glück ja alles nicht passiert. Sprechen Sie mit manchen Freunden heute noch so?

Nee, höchstens zwei, drei Worte. Ich konnte wirklich immer nur einzelne Satzphrasen.

Ihr Freund Horst sagt, Sie seien zu Abi-Zeiten ein „Ästhetik-Freak“ gewesen. Wie muss man sich das vorstellen?

Zu Abi-Zeiten habe ich ein quietschgelbes Sweatshirt von Fiorucci getragen und hatte eine unmögliche Frisur, das kann man nicht als Ästhetik bezeichnen.

War es immer noch der Prinz-Eisenherz-Schnitt?

Nee, ich hatte dann irgendwann ganz lange Haare, aber das sah auch scheiße aus. Wenn meine Haare lang sind, kriege ich so leichte Wellen, und mit 18 oder 19 hat mir eine Friseurin gesagt: Das könnte man doch ein bisschen mehr betonen, mit Lockenwicklern, ich lasse alles nur ganz kurz einwirken. Danach sah ich aus wie ein 80er-Jahre-Zuhälter mit Minipli. Ich hab dann drei Monate lang immer eine Mütze aufgehabt. Nachts habe ich mir die Haare mit Wasser runtergekämmt, wieder die Mütze drübergezogen und bin so ins Bett gegangen. Anstatt sie abzuschneiden – auf die Idee bin ich nicht gekommen. Ich liebte meine langen Haare.

Horst hat von legendären Feten in einer alten Poststation erzählt, in der Sie damals gewohnt haben.

Ja, ich bin schon zu Schulzeiten zu meiner damaligen Freundin gezogen, die vier Jahre älter war und Bio studiert hat. Die hatte diese Riesenaltbauwohnung mit 200 Quadratmetern für 100 Mark Miete, weil es keine Heizung gab. Das war eine geile Zeit, wir hatten viel Spaß dort.

So ein Klassentreffen, wie es die drei Freunde im Film erleben, gab es das bei Ihnen auch?

Vor sechs Jahren war ich mal in Gießen bei einem Klassentreffen meiner damaligen Oberstufe. Aber zu Oberstufen-Zeiten hatte ich da nur noch einen richtigen Freund und meine zwei besten Freundinnen Ingi und Judy, mit dem Rest der Klasse hatte ich nichts zu tun. Ich fand die jetzt nicht alle doof, aber man hat schon schnell gemerkt, wer noch Neugier aufs Leben hat und wer stehengeblieben ist. Sagen wir mal so, zum nächsten fahre ich nicht.

Weil Sie mit Ihren engsten Freunden aus Jugendzeiten ohnehin bis heute in Kontakt sind?

Ja, Horst ist nach wie vor einer meiner besten Freunde, auch wenn wir uns nicht so oft sehen. Trotzdem ist es immer so, als wäre es gestern gewesen. Und da hab ich noch vier Stück von, alle aus Gießen, aber alle nicht aus meiner Schulklasse.

Was haben Sie Ihren Kindern über Freundschaft beigebracht?

Dass Freundschaft neben Familie das Wichtigste ist. Dass man an Freundschaften festhalten sollte. Dass man auch in der Lage sein muss, sich zu entschuldigen, wenn man sich mit seinem Freund streitet oder wenn man feststellt, dass man ihn verletzt hat.

Also, eigentlich wie in einer Beziehung.

Es ist noch tiefer als eine Beziehung, das hat eine andere Energie. Die meisten Beziehungen gehen ja irgendwann kaputt, und Freundschaften bleiben. Aber natürlich gibt es auch Freundschaften, die kaputtgehen.

... und Beziehungen, die ein Leben lang halten.

(Lacht) Stimmt – und das sind die Glücklichen!

Ein anderes Thema, das der Film aufwirft, sind die Zipperlein, die Männer um ihre Lebensmitte herum bekommen. Können Kerle in Ihrem Alter darüber wirklich lachen?

Klar. Vor zwei Jahren war ich mit meinen Gießener Freunden eine Woche in meinem Haus auf Mallorca. Dann mussten wir irgendwann feststellen: Früher haben wir über Sport und über Frauen geredet. Heute reden wir zwar immer noch über Frauen, aber nicht mehr übers Training, sondern darüber, dass der eine so Schmerzen im unteren Rücken hat, der andere kann wegen seinem Knie nicht mehr Rad fahren, der Nächste hat keine Ahnung was. Da haben wir echt drüber gelacht, dass sich unsere Themen so verändert haben.

Apropos Frauen: Auch unser Cover-Star Isabel Vollmer ist in Ihrem neuen Film dabei. Wir durften ja bereits vorab reinschauen, aber können Sie unseren Lesern kurz erklären, warum sie Sie am Finger lutscht?

Sie simuliert damit, dass sie das auch noch mit einem anderen Körperteil von mir machen könnte. Der DJ, den ich spiele, hat gerade beschlossen, monogam zu leben. Und just in dem Moment kommen zwei Groupies, die offensichtlich schon mal was mit ihm hatten. Früher hat das mit dem Verführen bei ihm immer geklappt, aber jetzt muss er kämpfen, um standhaft zu bleiben. Das hat Isabel toll gespielt.

Es kann also sein, dass Isabel auch in Ihren nächsten Filmen auftaucht?

Auf jeden Fall. Als ich sie vor ein paar Jahren kennengelernt habe, hat sie mir erzählt, dass sie Schauspielerin werden will. Na ja, das sagen viele, hab ich mir gedacht. Aber irgendwann war sie dann wirklich Schauspielerin und hat mir ein Demo-Band geschickt, das ich richtig gut fand. Wenn jemand erst mal in meinem Film mitspielt, ist das kein Zufall.

In den letzten Wochen war einiges los bei Ihnen: Wegen Ihres Streits mit Jan Ullrich waren Sie auf dem Titel der „Bild“-Zeitung, via Facebook haben Sie eine Journalistin beleidigt und sich hinterher öffentlich entschuldigt, und auf Instagram gab es gerade einen Shitstorm wegen eines Fotos mit Ihrer Tochter. Brauchen Sie diesen Wirbel eigentlich, oder nervt das auch manchmal?

Nee, ich bin heilfroh, wenn mein Name nicht in der Zeitung steht. Manchmal bin ich selbst dran schuld, wenn ich zum Beispiel auf Facebook überemotional reagiere. Das tut mir dann im nächsten Moment leid, und ich denke mir, hättest du dir sparen können, du Idiot. Aber so bin ich halt. Ich arbeite dran, das abzustellen.

Bevor Sie bei Facebook etwas posten, gibt es da diesen kurzen Moment, in dem Sie noch mal innehalten und sich denken, das lesen gleich über eine Million Menschen?

Eben nicht. Wenn es den gäbe, dann würde ich bei diesen Dingern auf „Löschen“ klicken. Und Bad News mit mir funktionieren leider im Internet besonders gut. Der damalige Chefredakteur einer großen Online-Seite hat zu mir mal gesagt, Til, du darfst das nicht persönlich nehmen, Negativschlagzeilen mit dir verkaufen sich einfach am besten. Er hat mir ganz stolz seine App gezeigt, mit der er messen kann, mit welchen Schlagwörtern in Verbindung mit meinem Namen die Klickrate steigt. Ganz oben auf der Liste: rastet aus, wütet, pestet, stänkert, flippt aus.

Dann läuft’s?

Ja. Ist natürlich doof von mir, wenn ich ihnen auch noch das Kanonenfutter liefere.

Mal abgesehen von Journalisten: Wie fühlt es sich an, dass, seit Til-Schweiger-Bashing modern geworden ist, auch jede Privatperson in den sozialen Medien Sie beleidigen kann?

Ich lese das ja selten. Aber was mich ärgert, ist, wenn Leute meine Töchter bedrohen. Wenn sie schreiben, die gehören von einer Horde Afrikaner vergewaltigt oder solche Sachen. Das ist eben der Nachteil des Internets, dass jetzt jeder eine Meinung hat. Früher musstest du was leisten, um eine Stimme in der Öffentlichkeit zu haben. Heutzutage musst du einfach nur auf Facebook gehen. Aber so ist das eben bei mir: Ich kann das Foto meiner neu geborenen Katze posten, und die Leute schreiben drunter: Wo ist jetzt dein Flüchtlingsheim?

Ist das ein reales Beispiel?

Ja, die warten nur drauf, ihren Hass ausschütten zu können. Ich hab ein schönes Leben und sie nicht, das nervt sie. Eigentlich müssen sie einem leidtun.

Bereuen Sie in solchen Momenten manchmal, dass Sie Ihr Leben so öffentlich gemacht haben? Dass die Leute so viel über Sie wissen?

Ja, das bereue ich schon. Am Anfang meiner Karriere war ich sehr naiv und gutgläubig, das bin ich immer noch. Ich hab viel zu viel preisgegeben, das würde ich heute komplett anders machen.

Und Ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit heraushalten?

Aber der Zug ist abgefahren. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich im Bett liege und mir denke, hätte, hätte, Fahrradkette. Ich bin das gewohnt, und du kriegst im Lauf der Jahre ein immer dickeres Fell.

Mit welchem Ihrer vielen Filme verbinden die Leute auf der Straße eigentlich am meisten? Welche Rolle ist besonders haften geblieben?

Am häufigsten werde ich auch heute noch als Bertie aus „Manta, Manta“ angesprochen. Nicht etwa als Niko aus „Honig im Kopf“, der siebenmal mehr Zuschauer hatte. Aber „Manta, Manta“ war einfach der größte Spielfilmerfolg in der Geschichte des Privatfernsehens.

Til Schweiger 1991 in "Manta, Manta" (mit seiner Kollegin Tina Ruland)

Können wir uns noch Hoffnung auf eine Fortsetzung machen?

Ich war immer ein vehementer Verfechter der Fortsetzung. Aber Bernd Eichinger (Anmerkung der Redaktion: der Produzent des Films) war dagegen, weil er fand, die Witzewelle wäre vorbei. Ich sagte ihm, der Erfolg sind nicht die Witze, sondern das ist das Gefühl dieser Menschen. Als Bernd leider viel zu früh gestorben ist, habe ich mich mit seinem Nachfolger getroffen, und der war begeistert davon, die Geschichte 30 Jahre später wieder aufzugreifen. Aber sie haben es nicht auf die Reihe gekriegt, ein Drehbuch zu schreiben. Und mir leider auch nicht die Rechte gegeben. Aber ich glaube, das wäre ein Mega-Blockbuster.

Gerade haben Sie mit Nick Nolte in der Hauptrolle das US-Remake von „Honig im Kopf“ gedreht. Ist das die Ausfahrt nach Hollywood?

Nee, nach Hollywood gehe ich bestimmt nicht. Ich habe sieben Jahre in Malibu gelebt und ein Jahr in West-Hollywood, I had my share (Übersetzung: das habe ich hinter mir). Man kann da vielleicht für eine Woche sein, dann ist die Energie ansteckend, alles ist möglich, aber nach dem achten Tag merkst du, dass ganz viel Gesabbel dabei ist. Ich könnte mir niemals vorstellen, noch mal da zu leben.

Sie sehen den Film also nicht als Sprungbrett?

Ich sehe den Film schon als Möglichkeit, weitere internationale Filme nach meinem Prinzip zu machen. Ich hatte bereits Angebote, in Hollywood Regie zu führen. Aber da habe ich nicht die Freiheit, die ich in Deutschland habe. Die haben vielleicht Steven Spielberg, Clint Eastwood oder David Lynch, insgesamt etwa zehn Regisseure, die den sogenannten Final Cut haben. Als normaler Regisseur im Studiosystem wird dein Film an einem Publikum im Mittleren Westen getestet, und wenn die damit ein Problem haben, nehmen sie ihn dir weg und setzen verschiedene Cutter dran. Das ist, wie wenn ein Maler ein Bild gemalt hat, und dann kommt einer und sagt, da fehlt mir Rot – und dann klatscht er einfach mit einem dicken Pinsel Farbe drauf.

Ein Alles-Selbermacher wie Sie kommt aber auch nie wirklich zur Ruhe. Wie lange am Stück schaffen Sie es, nichts tun?

Spätestens nach zwei Wochen in meinem Haus auf Mallorca kriege ich Hummeln im Arsch. Jeden Tag am Pool zu sitzen, mit Freunden abends zu kochen und zu lachen ist wunderschön, aber irgendwann will ich auch mal wieder was tun.

Ihre Schulfreundin Ingrid sagt, Sie wirken zurzeit ein bisschen gehetzt, Sie sollen sich doch bitte auch mal um sich selbst kümmern.

(Lacht) Ja, das hör ich oft. Das ist nicht nur Ingi, die mir das sagt. Aber ich fühle mich nicht gehetzt, ich mache das mit Freude. Ich hab halt mehr Energie als viele andere Menschen, so bin ich auf die Welt gekommen. Schon mit 19 hat mir mein Hausarzt gesagt, du musst autogenes Training oder Yoga machen. War mir aber zu langweilig, ich wollte lieber auf einen Sandsack draufschlagen. Das war bei mir schon immer so und wird auch immer so bleiben.

Autor: Mareike Opitz
So war das Playboy Gentlemen's Weekend auf Mallorca
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