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Die grüne Fee

Ist Absinth wirklich so gefährlich?

Ist Absinth wirklich so gefährlich?

Vincent van Gogh soll sich im Absinthrausch das Ohr abgeschnitten haben. 1915 wurde der Absinth-Konsum in Frankreich verboten, bald auch in ganz Europa – weil der Aperitif angeblich Wahnvorstellungen erzeugte. Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist das Getränk wieder erlaubt. Wie gefährlich aber ist Absinth wirklich?

Absinth kennt man seit 1798, seit ein gewisser Daniel-Henri Dubied das Rezept des Schweitzer Arztes Pierre Ordinaire für dessen medizinische "Elixier d'Absinth" kaufte und den Kräuterlikör kommerziell herstellte. Schon bald war der grüne Tropfen ein Modegetränk beim französischen Bürgertum: Man verdünnte es mit Wasser, was dem Absinth eine milchig-grün-geheimnisvolle Erscheinung gab. Daher der Name "grüne Fee".  Und bald breitete sich diese Mode über alle Gesellschaftsschichten aus – wie heute etwa beim Caipirinha.

Woraus besteht Absinth genau?

Absinth besteht im wesentlichen aus Auszügen von Artemisia absinthum, genannt Wermut. Zucker, Wasser, Alkohol und ein wenig Anis dazu, fertig ist die grüne Fee.

Das Getränk kam gut an: Zum Einen, weil es einen völlig ungewöhnlichen Geschmack hatte, zum Anderen, weil ein Ritual unbedingt dazu gehörte: die Opalisierung, bei der mit einem Löffel und Zuckerstücken ein bestimmtes Öl (Anethol) im Wermut gelöst wurde. Das sollte eine euphorisierende Wirkung erzeugen. Das Ritual war fast so schön wie bei der berühmten Feuerzangenbowle.

Zum Fin de Siecle war die Absinth-Begeisterung so groß, dass sich auch negative Begeiterscheinungen bemerkbar machten: Aggressivität, Wahnvorstellungen und Blindheit. Dafür machte man ein Nervengift im Wermut, das Thujon, verantwortlich.

Heute ist Absinth wieder erlaubt

Heute weiß man: Sicherlich ist Thujon schädlich – die Ausfallerscheinungen rührten wohl aber eher von minderwertigtem Alkohol her. Denn Absinthopfer waren fast immer unter Angehörigen der unteren Schichten zu finden. Und oft bei schweren Trinkern, deren Nervensystem ohnehin nicht mehr das Beste war.

Die Konsequenz: Seit 1998 sind die Produktionsbestimmungen gelockert wurden, als letztes wurde 2005 Absinth wieder in der Schweiz erlaubt. Und seither gibt es in Deutschland, Frankreich, Tschechien und der Schweiz wieder Produzenten – und auch in die Bars ist die "grüne Fee" wieder zurückgekehrt.

Doch so richtig zünden will die Begeisterung nicht mehr. Das hat sicherlich mit den heutigen Geschmacksgewohnheiten zu tun. Oder mit dem geringeren Reiz: Was nicht verboten ist, ist nur halb so interessant – diese Regel gilt wohl auch für den Absinth.

Autor: Klaus Mergel
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