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Warum das Hawaii-Hemd nie out war

Ein Plädoyer für das Hemd der Hemden

Pro & Contra: das Hawaii-Hemd

Für die einen die lässigste Art Hemden zu tragen – für andere nur (er)tragbar, wenn man dazu einen „Magnum“-Schnurrbart im Gesicht hat und einen roten Ferrari fährt wie Tom Selleck in den 80ern. Am Blumenmuster-Revival 2018 erfreut sich nicht jeder. Mancher sieht darin nichts als Stilblüten. Zwei Männer – zwei Weltanschauungen…

Wenn die Freundin ihren Blick in den Kleiderschrank des Mannes mit einem abfälligen „Oh Gott“ kommentiert, dann kann es eigentlich nur an einem Kleidungsstück liegen: dem Hawaii-Hemd. 

Die ästhetische Wertschätzung dieses Modestücks liegt in etwa auf einer Beliebtheitsskala von Crocs: Sieht scheiße aus, ist aber irgendwie Kult. Doch anders als die tatsächlich hässlichen Gummilatschen, hat das Hawaii-Hemd eine Daseinsberechtigung – und eine äußerst spannende Geschichte dazu.

Lesen Sie hier den Contra-Kommentar unseres Autors Maximilian Schroth

Die bunten Hemden waren Vorbote der Popkultur, Touristen-Souvenir, Modesünde, Mitbringsel, Sammlerobjekt und sogar Kriegsteilnehmer. Immerzu ging es mit dem Ansehen des Hawaii-Hemdes auf und ab. Doch unmodisch war das Hawaii-Hemd, das eigentlich ursprünglich „Aloha Shirt“ hieß, nie.

Zu Unrecht wird es vor allem in Deutschland verschmäht und verlacht. Klar, Jürgen von der Lippe und seine Sendung „Extreme Activity“ ist nicht jedermanns Sache. Aber das Hawaii-Hemd deshalb gleich als uncool oder Modesünde abzustempeln ist falsch. Wie kann denn ein Al Pacino in „Scarface“ oder ein Privatdetektiv, der mit seiner 45er Jagd auf böse Jungs macht, uncool sein? Und was die Modesünde betrifft: Elvis Presley machte in „Blue Hawaii“ das Hemd zum wahren Frauenmagnet und Montgomery Clift ließ es in „Verdammt in alle Ewigkeit“ zum Fashion-Statement des raubeinigen Anti-Helden avancieren.

Elvis in "Blue Hawaii" - natürlich im passenden Hemd.

Das Hawaii-Hemd ist eines der letzten Archipele des Mann-Seins. Ein Oberteil, das bisher von keiner Frau der Welt abgesprochen werden konnte. Es steht für die Sehnsucht nach Abenteuer – oder dem nächsten Urlaub in der Karibik. Und ja, auch abseits der Beach-Bar des King Kamehameha Clubs ist es ein verdammt lässiges Stück Stoff. Wie lässig, das bewies uns auch schon Johnny Depp in "Fear and Loathing in Las Vegas". 

Noch Fragen zur Daseinsberechtigung des Hawaii-Hemds?

Dass das Hawaii-Hemd dieses Jahr von vielen Fashion-Seiten und Bloggern als neues „It-Piece“ auserkoren wurde, ist in einer Zeit, in der Bauchtaschen, Tennis-Socken und karierte Schiebermützen wieder en vogue sind, nicht verwunderlich. Doch anders als diese tatsächlichen Modesünden, war das Hawaii-Hemd nie out, nie „retro“ oder „Berlin-Style“. Es war einfach da, so wie Magnum. Und stets ein zeitloser Ausdruck eines Lebensgefühls, das in vielen Männerherzen brennt: Verwegenheit. Ein nonchalantes Aufbäumen gegen die Fashion-Polizei. Ein Understatement in bunt – mit Papageien drauf. Basta!

Al Pacino in "Scarface". Von wegen "Modesünde".

Und was all diejenigen betrifft, die uns Männern mit ihrem „Oh Gott“ weißmachen wollen, dass man „sowas“ nicht anziehen kann: Private Investigator Thomas Magnum würde darüber nur müde lächeln und sich mit der Hand langsam über den grau melierten Pornobalken streichen. Wer nun immer noch nicht davon überzeugt ist, dass das Hawaii-Hemd der Ausdruck purer Männlichkeit ist, der kann ja weiterhin sein rosafarbenes Polohemd tragen.

Autor: Max Marquardt, Playboy
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