Der Chef-Porsche: Testfahrt im Porsche 911 Turbo S
Testfahrt im Porsche 911 Turbo S: Nachfolger des „Witwenmacher"
Als mein Vater eines Tages Mitte der 1980er-Jahre mit einem schwarzen Porsche 911 Turbo nach Hause kam, war meine Begeisterung gigantisch. Der riesige Frittentheken-Heckspoiler, die extrabreiten Radhäuser und die schwarzen Fuchsfelgen sahen einfach nur atemberaubend aus. Genauso fantastisch war auch die Beschleunigung, die der Wagen mit seinen damals 300 PS erzeugte, sobald er bei circa 3500 bis 4000 Touren das sogenannte Turboloch überwunden hatte.
Die Euphorie meiner Mutter hielt sich dagegen deutlich in Grenzen, insbesondere als sie herausfand, dass der neue Sportwagen meines Vaters – die erste Generation trug noch die 930 als Modellreihenbezeichnung – in der Fachpresse mit dem Spitznamen „der Witwenmacher“ bedacht wurde. Die brachiale Kraft auf der Hinterachse, gepaart mit seiner hecklastigen Gewichtsverteilung und dem für viele Hobbyrennfahrer ungewohnten Turboloch-Effekt, ließ das Heck schnell ausbrechen und sorgte für eine entsprechend hohe Unfallquote.
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