Von Eileen Gu bis Su Yiming: Diese Top-Stars der Olympischen Spiele sollen Sie kennen
1. Top-Star der Olympischen Spiele: Lindsey Vonn – die Titanin
Franz Klammer bescheinigte ihr einen „Voll-Schuss“, andere schüttelten den Kopf, nur die Konkurrenz ahnte, was da auf sie zukam. Eine Lindsey Vonn gibt kein Comeback, um nur dabei zu sein. Die will gewinnen, auch mit 41 und einem in Teilen aus Titan bestehenden Kniegelenk – das sie kürzlich beim letzten Weltcup-Rennen in Crans-Montana wieder demolierte. Doch Kreuzbandriss, Knochenprellungen und Meniskusschaden sind offenbar nichts, was Lindsey Vonn aufhalten kann: In einer Pressekonferenz erklärte sie sich zuversichtlich, bei Olympia an den Start gehen zu können.
Als sie im Vorjahr nach fast sechs Jahren Wettkampfpause in den Weltcup zurückkehrte, lief es so lala. Im Sommer legte sie fünf Kilo Muskeln zu, holte Aksel Lund Svindal als Coach – und düpierte die Weltelite gleich in der ersten Abfahrt des Olympia-Winters. Gefragt, ob sie nicht Zweifel gehabt habe, antwortet sie mit Unverständnis: „Nein. Wieso?“
2. Top-Star der Olympischen Spiele: Eileen Gu – die Überfliegerin
Kaum zu glauben, was man mit 22 schon erreicht haben kann. Eileen Gu ist die beste Freestyle-Skifahrerin der letzten Jahre, weltweit eine der höchstbezahlten Sportlerinnen, ziert als Model schon mal das Cover der „Vogue“, studiert in Stanford Quantenphysik, setzt sich für Black Lives Matter ein, und wenn der Tag länger wäre, würde sie auch noch den Klimawandel reparieren. Olympia 2022? Zweimal Gold (Big Air, Halfpipe), einmal Silber (Slopestyle), wozu man Florian Wirtz, Dennis Schröder und Sascha Zverev in einem sein muss. Geboren in San Francisco, startet sie seit 2019 für China, die Heimat ihrer Mutter.
3. Top-Star der Olympischen Spiele: Su Yiming – der Styler
Su Yiming war schon ein Star, bevor er Snowboard-Olympiasieger im Big Air wurde: als Kinderdarsteller, ein chinesischer Macaulay Culkin. Größter Film: „Die letzte Schlacht am Tigerberg“, da war er zehn. Als er elf war, bekam Peking Olympia 2022 zugesprochen – und Su hatte ein neues Ziel. Sein Sieg löste in China einen Boom aus: „Jetzt sind 75 Prozent Boarder auf den Pisten“, erzählt der 21-Jährige beim Interview. Im Vorjahr sprang er den ersten 2160er: sechs Drehungen. Und später zwei 1980er hintereinander. Typischer Kommentar bei Instagram: „Oh my god!“
4. Top-Star der Olympischen Spiele: Marco Odermatt – der Dominator
Mitte Dezember geschah etwas Merkwürdiges: Marco Odermatt fuhr ein Riesenslalom-Rennen und stand am Ende nicht auf dem Podium – das war ihm zuletzt im März 2021 passiert. Seitdem war er in jedem der folgenden 36 Riesentorläufe unter den besten drei gelandet und das in einer Disziplin, in der die Besten nach einem Ritt über eisiges Geläuf und durch 50, 60 Tore nur einen Wimpernschlag auseinanderliegen. Viermal gewann der Schweizer den Gesamt- und den Riesenslalom-Weltcup, dreimal den Super-G-, zweimal den Abfahrts-Weltcup – an dem 28-Jährigen führt bei Olympia kein Weg vorbei.
5. Top-Star der Olympischen Spiele: Mikaela Shiffrin – die Wonder Woman
Als Ingemar Stenmark in den 70er- und 80er-Jahren durch die Slalomstangen tanzte und sagenhafte 86 Weltcup-Siege einfuhr, sprach man von einem Rekord für die Ewigkeit. Dann kam Mikaela Shiffrin, die Wonder Woman, Verlobte des norwegischen Abfahrers Alexander Aamodt Kilde. Mit erst 30 Jahren steht sie Anfang Januar bei 106 Weltcup-Siegen. Letzten Winter bohrte sich bei einem Sturz ein Skistock in ihren Bauch, doch mittlerweile fährt die Amerikanerin schon wieder alle in Grund und Boden: fünf Siege in den ersten fünf Slaloms der Saison. Cortina kann kommen.