Giganten auf dem Eis

Leon Draisaitl im deutschen Eishockeytrikot mit Nummer 29 fuehrt den Puck auf dem Eis, in Spielbewegung nahe der Bande mit Werbung im Hintergrund.
Feiert in Italien Olympia-Premiere: Eishockey-Profi Leon Draisaitl
Credit: Imago
Leon Draisaitl im deutschen Eishockeytrikot mit Nummer 29 fuehrt den Puck auf dem Eis, in Spielbewegung nahe der Bande mit Werbung im Hintergrund.
Feiert in Italien Olympia-Premiere: Eishockey-Profi Leon Draisaitl
Credit: Imago

Nach zwölf Jahren kehren die NHL-Profis zurück zu Olympia – und machen Mailand zur Bühne der Welt-Elite. Was wir bei den Olympischen Winterspielen vom Eishockey erwarten können …

David Holzner
Von: David Holzner
04.02.26
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Als Brad Marchand im Dezember 2025 einen Anruf aus dem Trainerstab der kanadischen Nationalmannschaft entgegennimmt, zittert seine Stimme. Er wird gefragt, ob er Zeit und Lust habe, im Februar in Italien ein wenig Hockey zu spielen. Der 37-Jährige, in der NHL als einer der dreckigsten Spieler gefürchtet, wirkt plötzlich nervös, ringt um Worte.

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Warum ein harter Hund wie Marchand, der privat vermutlich Bierflaschen mit den Eckzähnen öffnet, so emotional auf seine Olympia-Nominierung reagiert? Für ihn geht damit ein Traum in Erfüllung, der ihm bis dato verwehrt war. In den letzten zwölf Jahren ging die NHL mit ihren Top-Spielern nämlich so um wie Helikoptereltern mit ihren Kindern. Olympia? Viel zu gefährlich! Nun gibt die Liga ihre Talente für die Spiele in Mailand frei – und macht dadurch Olympia zu dem, was es im Eishockey seit 2014 nicht mehr war: eine Bühne für die Besten.

Olympia 2026: Eine Bühne für die Besten

Was das konkret bedeutet, zeigt auch der Blick auf die deutsche Mannschaft. Erstmals in der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes stehen bei Olympia gleich sechs NHL-Spieler im Aufgebot. Spieler, die in der besten Liga der Welt Verantwortung tragen.

Leon Draisaitl etwa. Der gebürtige Kölner gehört längst zur Weltspitze. In der NHL wurde er schon zum wertvollsten Spieler gewählt, war im letzten Jahr der beste Torschütze und knackte vor Kurzem die legendäre Marke von 1000 Scorerpunkten. Ihn wählten die Deutschen zum Fahnenträger für Olympia 2026. Dann gibt es da noch Tim Stützle. Mit 24 Jahren hat der Krefelder das Image des Talents längst hinter sich gelassen und ist Topscorer bei den Ottawa Senators.

Moritz Seider, einer der besten Verteidiger der Liga, fuhr bereits knallharte Checks für die Detroit Red Wings, da durfte er in den USA noch nicht einmal Bier bestellen. Und Nico Sturm ist zweifacher Stanley-Cup-Sieger. Für ihn ist das DEB-Team „vom Kader her die beste Mannschaft aller Zeiten“.

Wenn in Mailand der Puck fällt, geht es nicht nur um Gold

Die Rückkehr der NHL-Stars ist für Deutschland Chance und Herausforderung zugleich. Denn das Niveau der Konkurrenz ist brutal. Kanada zum Beispiel verfügt über eine solche Dichte an NHL-Top-Spielern, dass es theoretisch zwei Teams stellen könnte. Neben dem bereits erwähnten Marchand bringt das Mutterland des Eishockeys zwei weitere Ausnahmespieler mit nach Mailand: Sidney Crosby, der vermutlich größte Spieler aller Zeiten – für ihn werden es wohl die letzten Winterspiele. Und Connor McDavid, der aktuell beste Spieler auf dem Planeten – er feiert olympische Premiere.

Wenn am 11. Februar in Mailand der Puck fällt, geht es nicht nur um Gold. Es ist die letzte Chance für alte Legenden, die erste für neue Helden. Und für Eis­hockeyfans das seltene Privileg, die besten Spieler der Welt dort zu sehen, wo sie ihre größte Strahlkraft entfalten: bei Olympia.

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