„Ich fühle mich wohl in meinem Körper – warum sollte ich das nicht zeigen?“

Eine Frau mit schwarzem lockigem Haar, liegt nackt auf dem Bauch und lächelt in die Kamera. Ihren Kopf stützt sie mit ihrem linken Arm ab, ihre Beine, an denen sie Stöckelschuhe trägt, sind nach oben angewinkelt
Trotz Olympia-Aus wegen einer Verletzung hat Bob-Weltmeisterin Vanessa Mark uns längst begeistert
Credit: Sacha Höchstetter
Eine Frau mit schwarzem lockigem Haar, liegt nackt auf dem Bauch und lächelt in die Kamera. Ihren Kopf stützt sie mit ihrem linken Arm ab, ihre Beine, an denen sie Stöckelschuhe trägt, sind nach oben angewinkelt
Trotz Olympia-Aus wegen einer Verletzung hat Bob-Weltmeisterin Vanessa Mark uns längst begeistert
Credit: Sacha Höchstetter

Bei den Olympischen Spielen wollte sie im Eiskanal nach Edelmetall jagen. Auch wenn eine Verletzung sie daran jetzt hindert – uns hat Vanessa Mark längst für sich gewonnen. Jetzt im neuen Playboy!

David Holzner
Von: David Holzner
05.02.26
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Wie reagieren Menschen, wenn Sie erzählen, dass Sie Bob fahren, Frau Mark?

Es gibt drei verschiedene Reaktionen. Erstens: „Wow, ich kenne niemanden sonst, der Bob fährt.“ Zweitens: „Ist das nicht wie bei diesem Film mit den Jamaikanern, ,Cool Runnings‘?“ Und drittens: „Das wäre mir viel zu gefährlich!“ (Lacht)

Ist Bobfahren denn gefährlich?

Wenn man ungünstig stürzt, kann man sich stark verletzen. Aber das ist bei anderen Sportarten genauso. Ich glaube, Bobfahren schaut von außen einfach krasser aus. Das ist, als ob man mit 150 km/h auf der Autobahn fährt: Im Auto fühlt sich das recht normal an. Steht man allerdings an der Autobahn und sieht den Wagen an sich vorbeirasen, wirkt das Ganze viel krasser.

Tatsächlich haben Sie sich nun verletzt und werden nicht an Olympia teilnehmen. Was ist passiert?

Ich habe leider einen Knorpelschaden direkt unter der Kniescheibe, der mich stark eingeschränkt hat. Gerade beim Anschieben mit dem Bob muss man in extrem tiefe Kniewinkel gehen – und genau das hat mir große Schmerzen bereitet. Am Ende blieb mir keine andere Wahl, als mich operieren zu lassen. Das war eine sehr schwere, aber notwendige Entscheidung.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie nicht bei Olympia antreten werden und wie haben Sie reagiert?

Das war Ende Dezember. Meine Reaktion war ein totales Gefühlschaos. Ich habe geweint, war fassungslos, traurig. Es war wie eine Achterbahn der Gefühle: Lachen, Weinen, Hoffnung, Enttäuschung, alles durcheinander. Dieses Gefühl, wenn ein Traum plötzlich zerbricht, wünsche ich wirklich niemandem.

Was war aus Ihrer Sicht ausschlaggebend dafür, dass es nicht zur Nominierung gekommen ist?

Ganz klar die Knieverletzung. Ohne diesen Knorpelschaden hätte ich beim ersten zentralen Leistungstest meine Leistung zeigen können. Ich bin überzeugt, dass ich dann eine echte Chance auf die Nominierung gehabt hätte. Aber unter diesen Voraussetzungen war eine Top-Performance einfach nicht möglich.

Welche Bedeutung hat nun ihr Playboy-Cover für Sie in dieser Phase Ihrer Karriere?

Gerade in dieser schwierigen Phase bedeutet mir das Cover sehr viel. Es zeigt mich nicht nur als Athletin, sondern auch als Mensch mit Höhen und Tiefen. Es ist eine Anerkennung für all die Jahre harter Arbeit, auch wenn der sportliche Traum gerade pausieren muss. Gleichzeitig ist es für mich ein Zeichen, dass meine Geschichte gesehen wird, auch abseits von Medaillen und Erfolge.

Titelbild der Playboy-Ausgabe 03/2026 mit Bob-Athletin Vanessa Mark. Die Sportlerin kniet selbstbewusst auf einem Tisch in eleganter Pose, nur mit schwarzem Slip und High Heels bekleidet, und lächelt direkt in die Kamera.

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Playboy 2026/03 - Vanessa Mark

Bei den Olympischen Spielen wollte sie im Eiskanal nach Edelmetall jagen. Auch wenn eine Verletzung sie daran jetzt hindert – uns hat Bob-Weltmeisterin Vanessa Mark längst für sich gewonnen.

Sie haben sich durch hartes Training für die Olympia-Saison vorbereitet. Wie sah Ihr Alltag aus?

Ich habe sechs- bis siebenmal die Woche trainiert. Meistens Kraft und Sprints – keine Ausdauer. Ich laufe im Training selten mehr als 200 Meter. Dazu kommen Sprünge für die Explosivkraft.

Da muss unser Shooting für Sie doch ein Leichtes gewesen sein.

Es war richtig gut und hat echt viel Spaß gemacht! Das Team war extrem entspannt, professionell und herzlich – dadurch hat sich alles ganz natürlich angefühlt. Aber es war deutlich anstrengender, als ich gedacht hätte (lacht).

Inwiefern?

Ich würde von mir sagen, dass ich einen recht starken Rücken habe. Aber diese Körperhaltungen vor der Kamera, zum Beispiel mit leichtem Hohlkreuz zu stehen und die Spannung zu halten, das geht ordentlich in die Muskulatur. Am nächsten Tag hatte ich Muskelkater im Rückenstrecker.

Mich in schönen Dessous und von einer sehr femininen Seite zu zeigen, war etwas völlig neues

Wir konnten Sie also an Ihre Grenzen bringen?

Auf jeden Fall (lacht). So etwas macht man nicht jeden Tag. Ich laufe sonst zu 95 Prozent meines Alltags in Sportkleidung herum. Mich plötzlich in schönen Dessous und von einer sehr femininen Seite zu zeigen, war etwas völlig anderes. Aber genau das fand ich spannend. Ich habe mich gesehen und gedacht: „Wow, so sexy kann ich aussehen.“ Ich kann mir tatsächlich vorstellen zu modeln – ich müsste nur noch ein bisschen üben, damit ich nicht jedes Mal Muskelkater habe.

Im Bob sitzen Sie häufig mit Lisa Buckwitz, die 2022 bei uns auf dem Cover zu sehen war. Gemeinsam haben Sie 2024 WM-Gold gewonnen. Haben Sie sich vor dem Shooting Tipps von ihr geholt?

Eigentlich haben Lisa und ich gar nicht ausführlich darüber gesprochen. Als sie das Shooting vor vier Jahren gemacht hat, konnte ich mir selbst noch überhaupt nicht vorstellen, so etwas einmal zu tun.

Gibt es etwas, das Sie mit den Fotos zeigen wollen?

Als Sportlerinnen werden wir fast immer nur in Funktionskleidung wahrgenommen – und oft auch als eher maskulin. Ich bin groß, nicht superskinny und trotzdem athletisch. Es war mir wichtig, diese Eigenschaften zu einem stimmigen Gesamtbild zu vereinen. Jede Frau ist auf ihre eigene Art Frau.

Mit welchen Reaktionen auf die Fotos rechnen Sie?

Es wird positive und auch negative Rückmeldungen geben, auch aus dem Bobsport. Aber ich bin jung, ich fühle mich wohl in meinem Körper – warum sollte ich das nicht zeigen? Und wenn es vielleicht der einen oder anderen Sportlerin hilft, anders über sich selbst nachzudenken, dann hat es einen Mehrwert.

Wie meinen Sie das?

Ich habe mich kürzlich mit anderen Sportlerinnen unterhalten und gefragt, wann sie sich zuletzt im Spiegel angeschaut und gedacht haben: „Wow, ich bin hübsch.“ Viele konnten das gar nicht beantworten. Dabei gibt einem genau das Selbstbewusstsein. Es klingt vielleicht ein bisschen selbstverliebt, aber Selbstliebe gehört einfach dazu. Wenn ich mich schlecht fühle, stelle ich mich manchmal bewusst vor den Spiegel und sage mir das – und es hilft.

Wie findet Ihr Verlobter, Markus Treichl, die Fotos?

Ich glaube, er freut sich über die Bilder am meisten (lacht).

Er hat Sie also voll unterstützt?

Ja, er war von Anfang an entspannt. Er hat gesagt, wenn ich Strandbilder auf Instagram poste, sehen mich auch alle – der Unterschied ist nur, dass die Bilder vom Playboy noch viel ästhetischer sind.

Er ist ebenfalls Bobfahrer. Bleibt bei dem intensiven Trainingsalltag überhaupt noch genug Zeit für die Beziehung?

Wir haben den Vorteil, dass wir beide Leistungssportler sind. Das bringt viel gegenseitiges Verständnis mit sich, gerade wenn es zeitlich eng wird. Außerdem können wir gemeinsam trainieren. Der einzige Haken ist, dass man denkt, immer zu wissen, wie der andere es vermeintlich besser machen könnte. Vor zwei Jahren haben wir deshalb beschlossen, uns nicht mehr in das Training des jeweils anderen einzumischen – und seitdem läuft es deutlich entspannter (lacht).

Wie blicken Sie sportlich und privat auf die kommende Zeit?

Sportlich habe ich mir natürlich etwas ganz anderes vorgestellt. Und zwar gemeinsam mit meinem Verlobten bei den Olympischen Spielen zu starten. Dass das jetzt nicht so ist, tut immer noch weh. Im Moment ist vieles offen, und es ist schwer, klare Gedanken zu fassen, während die Saison läuft und ich nur von zu Hause aus zuschauen kann. Jetzt steht erstmal die Regeneration im Vordergrund: das Knie heilen lassen und wieder gesund werden. Zu den Spielen werde ich trotzdem reisen, um meinen Verlobten anzufeuern und ich hoffe sehr, dass er eine Medaille für uns beide mit nach Hause bringt. Aber trotz allem: Der Schmerz ist noch da, und das darf man auch so sagen.

Out now: Die März-Ausgabe des Playboy mit Bob-Sportlerin Vanessa Mark

Die März-Ausgabe 2026 mit den Coverstars Vanessa Mark und Franziska Feldmeier ist ab sofort online und am Kiosk erhältlich. Noch mehr Bilder der Athletinnen sehen Sie hier. 

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