Uhren im Praxis-Test: Die Uhr „MeisterSinger No 03“ mit nur einem Zeiger

Armbanduhr mit beigem Zifferblatt, schwarzen Strichindizes, einer einzelnen schwarzen Zeiger und braunem Lederarmband; Marke: MeisterSinger.
Bei einer Einzeigeruhr fehlen Minuten- und Sekundenzeiger. Wie macht sich das im Alltag?
Credit: PR
Armbanduhr mit beigem Zifferblatt, schwarzen Strichindizes, einer einzelnen schwarzen Zeiger und braunem Lederarmband; Marke: MeisterSinger.
Bei einer Einzeigeruhr fehlen Minuten- und Sekundenzeiger. Wie macht sich das im Alltag?
Credit: PR

Begeistert vom Design und den technischen Daten einer Uhr, weiß man noch lange nicht: Wie macht sich das gute Stück am Handgelenk? Unser Uhrenexperte Michael Brunnbauer sucht darauf Antworten – und testet jeden Monat ein anderes Modell. Dieses Mal versucht er, mit der Uhr „MeisterSinger No 03“ ein bisschen seinen Alltag zu entschleunigen.

Michael Brunnbauer
Von: Michael Brunnbauer
09.01.26
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Mein erster Eindruck von der Uhr „MeisterSinger No 03“

Ich muss zugeben, es war am Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig, diese Uhr zu tragen. Normalerweise verrät mir ein Blick auf mein Handgelenk die exakte Uhrzeit. Bei einer Einzeigeruhr weiß man jedoch nie genau, wie spät es wirklich ist. Denn sie besitzt, wie der Name schon sagt, weder einen Minuten- noch einen Sekundenzeiger. Insofern passierte es die ersten Tage relativ häufig, wenn ich zum Beispiel ein wichtiges Interview hatte oder einen Zug erwischen musste, dass ich mein Handy aus der Tasche zog, um die exakte Uhrzeit herauszufinden.

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Das sagt der Juwelier über die Uhr „MeisterSinger No 03“

Eine Einzeigeruhr hat zwar nur einen Stundenzeiger, dieser ist jedoch so lang wie ein Minutenzeiger und reicht bis an den Rand des Zifferblatts. Dort befindet sich meist eine Skalierung mit zwölf Strichen pro Stunde, wodurch man die Uhrzeit auf fünf Minuten genau ablesen kann. Im Inneren der Uhr tickt aber trotzdem ein ganz normales Uhrwerk, im Fall der „No 03“ von Meister­Singer ein Sellita-SW200-Werk. Die Uhr kennt also die exakte Uhrzeit, verrät sie aber ihrem Träger nicht. Einige Einzeigeruhren haben darüber hinaus weitere Komplikationen wie ein Datumsfenster oder eine Mondphase.

Das habe ich mit der Uhr „MeisterSinger No 03“ erlebt

Auch wenn MeisterSinger eine deutsche Marke mit Sitz in Münster ist: Je länger ich die Uhr trug, desto italienischer fühlte ich mich. Zumindest in Sachen Pünktlichkeit. Man nimmt einfach zwangsläufig die Zeit etwas gelassener wahr – ein paar Minuten hin oder her, was macht das schon, oder? Damit will ich nicht sagen, dass es okay ist, zu spät zu kommen. Aber letztendlich muss das Leben nicht bis auf die letzte Sekunde durchgetaktet sein. Und eine Einzeigeruhr am Handgelenk hilft einem, das zu verstehen. Auch Unpünktlichkeit kann manchmal eine Tugend sein.


 

Mit der Uhr MeisterSinger No 03 brachte unser Redakteur Michael Brunnbauer mehr Gelassenheit und Entschleunigung in seinen Alltag
Credit: privat

Mein Fazit zur Uhr „MeisterSinger No 03“

Der Wechsel von drei auf nur einen Zeiger hat etwas sehr Entschleunigendes und schafft es, etwas Druck aus dem sonst so hektischen Alltag zu nehmen. Als würde man von einem hochtourigen Sportwagen in ein gemütliches Wohnmobil umsteigen. Plötzlich geht es nicht mehr darum, eine Zehntelsekunde schneller als alle anderen zu sein, sondern vielmehr darum, so entspannt und relaxed wie nur möglich, das Ziel zu erreichen. Wer also etwas mehr Ruhe und Gelassenheit in sein Leben bringen will, sollte sich eine Einzeigeruhr zulegen. Abgesehen davon eignet sie sich auch als gute Entschuldigung für ständiges Zuspätkommen.

Meistersinger „No 03“

Durchmesser: 43 mm
Gehäuse: Edelstahl
Band: Rindsleder mit Krokoprägung
Zifferblatt: elfenbeinfarben
Werk: Selitta SW200
Besondere Funktion: Nur ein Zeiger
Preis: 1990 Euro

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