Wenn Lust zur Datenspur wird: So unsicher sind smarte Sextoys

Eine leicht bekleidete Frau liegt auf dem Rücken in einem weißen Bett, hält die Hände über dem Kopf verschränkt und hält einen rosa Vibrator in ihrer rechten Hand
Smarte Sextoys sollen Intimität über große Distanzen ermöglichen – viele Herstellern gelingt dies scheinbar nur auf Kosten der Privatspähre
Credit: Imago
Eine leicht bekleidete Frau liegt auf dem Rücken in einem weißen Bett, hält die Hände über dem Kopf verschränkt und hält einen rosa Vibrator in ihrer rechten Hand
Smarte Sextoys sollen Intimität über große Distanzen ermöglichen – viele Herstellern gelingt dies scheinbar nur auf Kosten der Privatspähre
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Liebesspiele während der Fernbeziehung? Dank smarter Sextoys kein Problem – zumindest in der Theorie. In der Praxis bringen smarte Toys nicht nur Lust und Prickeln, sondern häufig auch Mängel im Datenschutz mit sich. Das enthüllt nun eine neue Untersuchung von Stiftung Warentest. Wie Technik, die Romantik auf Knopfdruck erzeugen soll, gleichzeitig digitale Überwachung in den intimsten aller Räume bringt – und welchen Toys Sie trauen können. 

Playboy Redaktion
Von: Playboy Redaktion
12.01.26
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Smarte Sextoys unterscheiden sich von klassischen Sexspielzeugen vor allem durch ihre technische Ausstattung. Sie lassen sich per App oder Fernbedienung steuern und eröffnen dadurch besonders Paaren in Fernbeziehungen völlig neue Möglichkeiten, miteinander intim zu werden: Über eine verbundene App kann der Partner oder die Partnerin die Intensität, Rhythmus und Art der Vibrationen aus der Ferne kontrollieren, ohne körperlich anwesend zu sein.

Auch Toys mit Fernbedienung ermöglichen das Abgeben der Kontrolle, jedoch in kürzerer Distanz: Solange das Toy getragen wird, kann die andere Person jederzeit eingreifen, die Einstellungen ändern oder spielerisch „teasen“ und damit heiß machen – etwa, wenn man gemeinsam unterwegs ist.

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Sextoys im Test: Eindringen in die Privatsphäre absolutes No-Go

Der technische Fortschritt und die Vielfalt an mittlerweile verfügbaren Sextoys legt nahe, dass Sexspielzeuge längst kein Nischenprodukt, sondern in den Betten der Gesellschaft angekommen sind. Eine prickelnde Entwicklung – zumindest in der Theorie. Die neuesten Testergebnisse von Stiftung Warentest hinterlassen jetzt in der Praxis nämlich einen bitteren Beigeschmack. 

Um herauszufinden, ob die Vielfalt an Sextoys bedenkenlos genutzt werden kann, hat sich Stiftung Warentest 19 Toys genauer angesehen. Nicht alle davon sind smart steuerbar, auch Analplugs, Dildos, Vibratoren oder Masturbatoren ohne App waren in der Auswahl. Klammert man diese aus, ist das Testergebnis der smarten getesteten Sextoys vor allem hinsichtlich eines Punktes ernüchternd: der Datensicherheit. 

Alle von Stiftung Warentest getesteten smarten Geräte, die Lust versprechen, liefern vor allem eins: Risiken. Denn mit den privaten Informationen der Nutzer, die sie während der intimen Stunden sammeln, gehen sie leichtsinnig um.

Sextoys im Test: Große Marken, große Datenschutzlücken

So schnitten sowohl der Vibrator „Lush 4“ von Lovesense, als auch die Masturbatoren „F1S V2“ von Lelo und „Sam Neo 2 Pro“ von Svakom mit Noten von 4,7 bis 5,0 überraschend schlecht ab. Besorgniserregend sei laut Stiftung Warentest, dass die Toys „erscheckend indiskret“ seien, da sie Nutzungsstatistiken sowie User- und Geräte-IDs versenden. Zudem sei auch keine deutschsprachige Datenschutzerklärung vorhanden. So verstoßen Hersteller gegen grundlegende Datenschutzrichtlinien und lassen Nutzer im Unklaren, was genau mit ihren Informationen passiert. „Die Apps sind sehr indiskret und übermitteln Nutzungsstatistiken sowie User- und Geräte-IDs“, erklärt Anne Mandt, Expertin der Stiftung Warentest. Ihr Rat für alle, die auf ihre bereits gekauften Toys nicht verzichten wollen: „Die App-gesteuerten Toys ohne die App nutzen.“

Durch den Test wird auch ersichtlich, dass der Preis kein Garant für Lust, die sicher ist. Mit Lelo und Svakom sind zwei eher kostspielige Marken, die in der Erotikbranche Prestige-Status haben, durchgefallen. 

Für Paare und auch für Singles sind das keine guten Nachrichten. Schließlich gilt Selbstbefriedung als die privateste Form der Lust. Damit wird also ausgerechnet an dem Ort in die Intimsphäre eingegriffen, der eigentlich am sichersten und privatesten sein sollte – dem Schlafzimmer.

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Sextoys im Test: Sicher ist, wer auf smart verzichtet

Doch Stiftung Warentest hat auch gute Nachrichten für alle Experimentierfreudigen: Denn es gibt auch Toys, die im Test außerordentlich gut abgeschnitten und bedenkenlos verwendbar sind. 

Insgesamt sieben Sextoys könne man laut Stiftung Warentest blind vertrauen – gemeinsam haben diese, dass sie nicht smart sind und damit ohne App auskommen sowie dass man sie auch hinsichtlich ihrer Verarbeitung und Materialien bedenkenlos verwenden kann. 

Als besonders empfehlenswert werden dabei drei klassische Modelle hervorgehoben, die auch noch erschwinglich sind: Als einziges getestetes Sextoy erreicht der Rabbit-Vibator von Müller Young Hearts für rund 30 Euro die Sicherheitsnote Sehr gut. Außerdem gehört der Masturbator „Slide & Ride“ von Durex play, ebenfalls für rund 30 Euro, zu den besten seiner Kategorie, ebenso der „Metal Butt Plug“ von Easy Toys für rund 20 Euro. 

Wer also gerne im Schlafzimmer, aber nicht mit seinen Daten spielt, setzt besser auf Altbewährtes – zumindest so lange, bis die smarten Sextoys gelernt haben, was Privatsphäre bedeutet.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach einer Korrektur von Stiftung Warentest an ihren Testergebnissen entsprechend angepasst.

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