Bad Bunny: Wer ist der Popstar der Halbzeit-Show des Superbowls?

Bad Bunny steht auf einer beleuchteten Bühne und singt in ein Mikrofon, gekleidet in einen glänzenden roten Anzug und eine Kopfbedeckung
Bevor er beim Super Bowl den größten Gig der Welt spielt, haben wir uns das Pop-Phänomen Bad Bunny genauer angesehen…
Credit: Getty Images
Bad Bunny steht auf einer beleuchteten Bühne und singt in ein Mikrofon, gekleidet in einen glänzenden roten Anzug und eine Kopfbedeckung
Bevor er beim Super Bowl den größten Gig der Welt spielt, haben wir uns das Pop-Phänomen Bad Bunny genauer angesehen…
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In der Nacht auf den 9. Februar machen Millionen von Menschen das Gleiche: wach bleiben, Snacks bunkern und den Super Bowl schauen. Für viele ist dabei weniger der Sport, sondern die Halftime Show das Highlight des Events. Dieses Jahr übernimmt dabei Bad Bunny die Bühne. Der puerto-ricanische Musiker ist längst mehr als nur ein Latin-Pop-Star und steigt mit seinem Super-Bowl-Auftritt wohl endgültig in die Weltstar-Liga auf. Doch wer ist der Mann mit dem Hasennamen eigentlich?

Stephan Sura
Von: Stephan Sura
08.02.26
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1. Der Streaming-König

Erst 2018 erschien Bad Bunnys Debüt­album – und schon jetzt gilt er als einer der erfolgreichsten Musiker überhaupt. Unverkennbar: seine Stimme und sein Stil zwischen Reggaeton, Trap, Rap und lateinamerikanischen Genres. Sechs Langspieler hat er veröffentlicht, zuletzt „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ (zu Deutsch: „Ich hätte mehr Fotos machen sollen“), und sein Fleiß zahlt sich aus. Vergangene Woche gewann er für dieses Album einen Grammy – insgesamt der vierte in seiner Sammlung, zu der auch 17 (!) Latin Grammys gehören. Von 2020 bis 2022 sowie 2025 war Bad Bunny der meistgestreamte Künstler auf Spotify, 2022 hatte er die höchsten Konzerteinnahmen weltweit und wurde bei den MTV Video Music Awards zum „Best Artist“ gekürt. 

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2. Der Botschafter

Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, wurde 1994 auf Puerto Rico geboren, und er verpasst keine Gelegenheit, seine Heimat in den Vordergrund zu stellen. Seine ausnahmslos spanischen Texte und seine Videos sind voller Referenzen. 2017 veranstaltete er ein Benefizkonzert für die Opfer von Hurrikan „Maria“, letzten Sommer hielt er eine Residency mit 31 Auftritten in San Juan ab – auch, um seine Hörer nach Puerto Rico zu locken. „Was bringt es, auf diesem Niveau zu sein? Ich denke, das ist es: der Welt zu zeigen, wer ich bin und was meine Kultur ist, wo ich aufgewachsen bin“, sagte er kürzlich dem „Rolling Stone“. 

Wer er ist? Nach eigener Aussage ein Good Guy trotz seines playboyesken Künstlernamens. Zu diesem inspirierte ihn ein Foto aus seiner Kindheit, auf dem er ein Hasenkostüm trägt und ziemlich grimmig schaut. Seinem Namen machte der Sänger übrigens auch 2020 alle Ehre: In diesem Jahr war Bad Bunny der Titel-Star der ersten reinen Digital-Ausgabe des US-Playboy. 

Bunny-Cover: Er hat nicht nur Musik-, sondern auch Playboy-Geschichte geschrieben – 2020 war Bad Bunny der Titel-Star der ersten reinen Digital-Ausgabe des US-Playboy
Credit: Playboy

3. Der Grenzgänger

Bad Bunnys Werke klingen nie gleich, immer neu – in Kompositionen wie Texten. Letztere drehen sich um Liebe, Beziehungen und Sex, aber auch um Familie, Nostalgie und Heimat. Humor und Schmerz liegen oft nah beieinander. Seine Variabilität zeigt Bad Bunny indes auch abseits der Musik in ersten Rollen als Schauspieler oder Wrestler. Die Fashion-Ikone trägt auch mal Kleider oder Nagellack und führt Geschlechterklischees ad absurdum, ohne jedoch an Coolness einzubüßen. Wie auch, wenn man für Gucci modelt und Kendall Jenner datet?

4. Der Pionier

Am 8. Februar wird Bad Bunny die Halftime Show beim Super Bowl LX in Santa Clara spielen – und hat damit seinen bisher größten Auftritt. Im Jahr 2020 war er bereits Gast bei der Performance von Shakira und Jennifer Lopez. Das Besondere diesmal: Es wird die erste Halbzeit-Show auf Spanisch. Nach der Ankündigung jubelten seine Fans, rechte Politiker in den USA hingegen liefen Sturm, schließlich setzt sich Benito auch noch für die Rechte von Minderheiten ein. Er selbst nimmt es mit Humor: Als er im Herbst „Saturday Night Live“ hostete, adres­sierte er alle, die ihn nicht verstehen – sie hätten ja noch vier Monate Zeit, um Spanisch zu lernen.

5. Der Weltstar

Im Jahr 2026 ist Bad Bunny auf Tour, die ihn auf sämtliche Kontinente führt und ihn weitere Anhänger gewinnen lässt, ähnlich wie es Taylor Swift auf ihrer „Eras Tour“ gelang. Nur die USA spart er aus, um den Einwanderungsbehörden keine Gelegenheiten zu Zugriffen zu bieten. Schade für die dortigen Fans, Latin Music ist in den Staaten das zurzeit am schnellsten wachsende Genre. Good News für uns: Am 20. und 21. Juni tritt Bad Bunny in Düsseldorf auf.

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